Eigenkapital

Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, die allen Anspruchsgruppen des Unternehmens zugutekommt, die Sicherung der Liquidität sowie der Kreditwürdigkeit des Bayer-Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements. Die Reduzierung der Kapitalkosten trägt hierzu ebenso bei wie die Optimierung der Kapitalstruktur und der Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sowie ein effektives Risikomanagement.

In Bezug auf die Kreditqualität beurteilen die beauftragten Ratingagenturen den Bayer-Konzern wie folgt:

Rating

 

 

Langfrist-Rating

 

Kurzfrist-Rating

S & P Global Ratings

 

A–

 

A–2

Moody's

 

A3

 

P–2

Diese Bonitätseinstufung spiegelt die gute Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wider und gewährleistet den Zugang zu einer breiten Investorenbasis für die Finanzierung. Infolge der vereinbarten Übernahme von Monsanto prüfen derzeit die beiden Agenturen S & P Global Ratings und Moody’s eine mögliche Herabstufung der Ratings. Auch nach erfolgreichem Abschluss der Übernahme von Monsanto strebt Bayer ein Investment-Grade-Rating an. Langfristig haben wir unverändert das Ziel eines Ratings in der A-Kategorie.

Neben der Reduzierung der Nettofinanzverschuldung durch Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft dienen zur Umsetzung der Finanzstrategie u. a. die im Juli 2014 und April 2015 begebenen nachrangigen Hybridanleihe Eine Hybridanleihe ist eine Unternehmensanleihe mit eigenkapitalähnlichen Eigenschaften und mit meist keiner oder sehr langer Laufzeit, die durch ihre Nachrangigkeit im Insolvenzfall des Emittenten eine niedrigere Rückzahlungswahrscheinlichkeit als eine gewöhnliche Anleihe hat. , die im November 2016 begebene Pflichtwandelanleihe sowie das durch die Hauptversammlungsbeschlüsse bereits genehmigte und das bedingte Kapital bzw. ein mögliches Aktienrückkaufprogramm. Bayer unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie ihre Entwicklung in den Jahren 2015 und 2016 ergeben sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Bayer-Konzerns.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Bayer AG belief sich am 31. Dezember 2016 auf 2.117 Mio. € (Vorjahr: 2.117 Mio. €), eingeteilt in 826.947.808 Stück (Vorjahr: 826.947.808 Stück) auf den Namen lautende Stückaktien, und war voll eingezahlt. Jede Stückaktie gewährt ein Stimmrecht.

Genehmigtes und Bedingtes Kapital

Das genehmigte und bedingte Kapital setzte sich wie folgt zusammen:

Genehmigtes und Bedingtes Kapital

Kapital

 

Beschluss­fassung

 

Betrag / Stückzahl

 

Befristung bis

 

Zweck

Genehmigtes Kapital I

 

29. April 2014

 

530 Mio. €

 

28. April 2019

 

Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlage. Sacheinlagen sind auf 423 Mio. € begrenzt.

Genehmigtes Kapital II

 

29. April 2014

 

212 Mio. €

 

28. April 2019

 

Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlage.

Bedingtes Kapital

 

29. April 2014

 

212 Mio. € / bis zu 82.694.750 Stück

 

28. April 2019

 

Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Gewährung von Stückaktien an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen. Die Ermächtigungen zur Ausgabe der Instrumente sind auf einen Gesamtnennbetrag von insgesamt 6 Mrd. € begrenzt.

Kapitalerhöhungen erfolgen durch Ausgabe neuer, nennwertloser Stückaktien, die auf den Namen lauten. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Ein Bezugsrechtsausschluss ist jedoch unter bestimmten, im Ermächtigungsbeschluss enthaltenen Voraussetzungen möglich. Insgesamt wird der Vorstand – vorbehaltlich einer erneuten Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss durch die Hauptversammlung – die bestehenden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals unter Bezugsrechtsausschluss aus dem genehmigten Kapital und dem bedingten Kapital nur zu Kapitalerhöhungen um maximal 20 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nutzen. Auf diese 20 %-Grenze sind alle Ausgaben bzw. Veräußerungen von Stückaktien oder von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, die unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen, anzurechnen. Details zum genehmigten und bedingten Kapital sind der Einladung zur Hauptversammlung vom 29. April 2014 zu entnehmen und auf der Homepage des Bayer-Konzerns nachlesbar.

Am 22. November 2016 hat Bayer eine Pflichtwandelanleihe in Höhe von 4.000 Mio. € unter Ausschluss der Bezugsrechte bestehender Aktionäre der Gesellschaft platziert. Die Pflichtwandelanleihe mit einer Stückelung von 100.000 € wurde durch die Bayer Capital Corporation B.V. begeben und nachrangig von der Bayer AG garantiert. Bei Fälligkeit wird die ausstehende Pflichtwandelanleihe zwingend in nennwertlose Stückaktien der Bayer AG, die auf den Namen lauten, gewandelt. Nach Berücksichtigung von Transaktionskosten in Höhe von 48 Mio. € und Abgrenzung latenter Steuern in Höhe von 191 Mio. € wurde die Pflichtwandelanleihe mit einem Betrag in Höhe von 3.491 Mio. € in der Kapitalrücklage und mit einem Betrag in Höhe von 652 Mio. € in den Finanzverbindlichkeiten erfasst. Die latenten Steuern resultieren dabei aus temporären Differenzen durch Ansatz der Verbindlichkeitskomponente und wurden erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt. Die Platzierung der Pflichtwandelanleihe stellt eine Inanspruchnahme des bedingten Kapitals dar.

Das genehmigte Kapital wurde bislang nicht in Anspruch genommen.

Kumuliertes Gesamtergebnis

Das kumulierte Gesamtergebnis setzt sich aus den Gewinnrücklagen und dem kumulierten übrigen sonstigen Ergebnis zusammen. Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Zudem sind hier sämtliche über das sonstige Ergebnis erfassten Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen enthalten. Im kumulierten übrigen sonstigen Ergebnis werden die Währungsänderungen, die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedges) sowie von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten und die Neubewertungsrücklage erfasst. Im Berichtsjahr erfolgte zudem in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) eine Umbuchung von der Neubewertungsrücklage in die Gewinnrücklage für den Teil, der ergebniswirksam im Rahmen der planmäßigen Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte berücksichtigt wurde. Die Rücklagen für Währungsänderungen entfielen mit –51 Mio. € (Vorjahr:45 Mio. €) auf nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.

Dividende

Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, der in dem gemäß Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der Bayer AG ausgewiesen wird. Aus dem Konzernergebnis wurde für das Geschäftsjahr 2015 pro Stückaktie eine Dividende von 2,50 € gezahlt. Die vorgeschlagene Dividende für das Geschäftsjahr 2016 beträgt 2,70 € pro Stückaktie, was einem Ausschüttungsvolumen von 2.233 Mio. € entspricht. Die vorgeschlagene Dividende ist abhängig von der Genehmigung durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung und wird daher nicht als Verbindlichkeit im Konzernabschluss erfasst.

Nicht beherrschende Anteile

Im April 2016 hat die Bayer AG an der Covestro AG gehaltene Aktien in den Bayer Pension Trust e. V. eingelegt. Das Volumen dieser Aktien entsprach 10 Mio. Stück bzw. 4,9 % der ausgegebenen Aktien. In der Folge hält Bayer derzeit noch 64,2 % der Anteile am Eigenkapital der Covestro AG.

Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital in den Jahren 2015 und 2016 ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung.

Entwicklung nicht beherrschender Anteile am Eigenkapital

 

 

2015

 

2016

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

1.1.

 

112

 

1.180

Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen

 

 

 

 

Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen

 

10

 

−27

Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Cashflow-Hedges

 

 

Veränderung des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von Wertpapieren

 

 

Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften

 

23

 

17

Sonstige Veränderungen

 

1.055

 

157

Dividendenausschüttung

 

−8

 

−58

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

−12

 

295

31.12.

 

1.180

 

1.564

Die Rücklagen für Währungsänderungen der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital entfielen mit –28 Mio. € (Vorjahr: –20 Mio. €) auf nach der Equity-Methode bilanzierte assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.

Die nicht beherrschenden Anteile entfallen im Wesentlichen auf die folgenden Gesellschaften:

Wesentliche Tochtergesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen

 

 

 

Covestro AG*

 

Bayer CropScience Limited, Indien

 

 

 

2015

2016

 

2015

2016

*

inkl. direkter und indirekter Tochterunternehmen

Beteiligungsquote

%

 

30,9

35,8

 

31,4

31,4

Eigenkapital, auf die nicht beherrschenden Anteile entfallend

Mio. €

 

1.092

1.472

 

73

85

Dividende, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurde

Mio. €

 

0

52

 

3

3

Kurzfristige Vermögenswerte

Mio. €

 

4.237

4.268

 

52

55

Langfristige Vermögenswerte

Mio. €

 

6.294

5.966

 

304

352

Kurzfristiges Fremdkapital

Mio. €

 

4.564

2.474

 

11

11

Langfristiges Fremdkapital

Mio. €

 

2.355

3.544

 

92

97

Umsatzerlöse

Mio. €

 

12.082

11.904

 

465

484

Ergebnis nach Ertragsteuern

Mio. €

 

352

806

 

6

44

Gesamtergebnis

Mio. €

 

558

747

 

15

47

Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit

Mio. €

 

1.473

1.786

 

44

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Mio. €

 

−380

−1.042

 

53

−4

Cashflow aus Finanztätigkeit

Mio. €

 

−645

−1.122

 

−79

−9