Nachhaltiges Handeln: Engagement für Mitarbeiter und Gesellschaft

Gestaltung attraktiver Arbeitsbedingungen

Wettbewerbsfähige Vergütung und Erfolgsbeteiligung

Unsere Vergütung kombiniert ein leistungs- und verantwortungsbezogenes Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Bestandteilen sowie umfangreichen Zusatzleistungen. Anpassungen auf Basis kontinuierlicher Analysen sorgen dafür, dass unsere Vergütung international wettbewerbsfähig ist.

Wir legen großen Wert darauf, keine Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern zu machen, wettbewerbsfähig und fair zu vergüten sowie unsere Mitarbeiter transparent über die Zusammensetzung ihrer Gesamtvergütung zu informieren.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-7

eingeschränkt geprüft

Transparente und verbindliche Vergütungsstrukturen

Bei Bayer wird das individuelle Entgelt durch die persönliche und fachliche Qualifikation des Mitarbeiters sowie die übernommene Verantwortung bestimmt. Die Grundlage dafür ist eine personenunabhängige Stellenbewertung, die für den gesamten leitenden Bereich konzernweit einheitlich nach der international anerkannten Hay-Methode vorgenommen wird. In den Unternehmens- oder Tätigkeitsbereichen mit einem verbindlichen Entgelttarifvertrag sind geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede für gleichwertige Tätigkeiten ebenfalls ausgeschlossen. Dies gilt auch für die Ausbildungsvergütungen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern richten wir die Höhe unserer Vergütung ebenfalls an den örtlichen Marktverhältnissen aus. An unseren Hauptgeschäftsstandorte Eine Auswahl an Ländern, in denen Bayer im Jahr 2016 mehr als 80 % des Umsatzes generierte (USA, Deutschland, China, Brasilien, Japan, Frankreich, Kanada, Italien, Mexiko, Großbritannien, Indien, Spanien, Australien,Russland, Schweiz, Polen, Türkei, Argentinien und Belgien). erhalten Voll- und Teilzeitkräfte überwiegend dieselben Vergütungsbestandteile. Im Unterschied dazu stehen Mitarbeiter mit einem zeitlich begrenzten Vertrag, die in einigen Ländern keinen Anspruch auf langfristige Vergütungsbestandteile, wie z. B. einen Pensionsplan, haben.

Variable Einmalzahlungen sind Teil unseres Vergütungskonzepts. Allein beim konzernweiten Short-Term-Incentive-Programm (STI-Programm) ist ein Element des variablen Einkommens für alle Manager. sind für das Geschäftsjahr 2016 über 1.400 Mio. € für unsere Beschäftigten vorgesehen. Aktien-Beteiligungsprogramme in vielen Ländern ermöglichen unseren Mitarbeitern den vergünstigten Erwerb von Unternehmensanteilen. Für das obere Management besteht mit dem „Aspire“-Programm ebenfalls ein konzernweit einheitliches, langfristig an der Aktienkursentwicklung orientiertes Vergütungsprogramm.

Unser Personalaufwand belief sich im Berichtsjahr für das fortzuführende Geschäft auf 11.357 Mio. € (Vorjahr: 11.176 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf Gehaltsanpassungen und eine erhöhte Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg zurückzuführen, die gegenläufige Währungseffekte überkompensierten.

Neben einer attraktiven Vergütung während der aktiven Beschäftigungsphase übernimmt Bayer Verantwortung für die Altersabsicherung der aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter. Insgesamt bestehen Anwartschaften mit einem Barwert in Höhe von 28.995 Mio. €. Im Jahr 2016 waren im Personalaufwand Aufwendungen für Altersversorgungsysteme in Höhe von 1.064 Mio. € enthalten. Derzeitige Anspruchsberechtigte erhielten im aktuellen Geschäftsjahr Zahlungen in Höhe von 1.131 Mio. €.

Personalaufwand und Pensionsverpflichtungen

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Vorjahreswerte angepasst. Werte 2012 – 2014 wie zuletzt berichtet.

1

Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen für Pensionen und andere pensionsähnliche Leistungszusagen

Personalaufwand

 

9.194

 

9.430

 

9.693

 

11.176

 

11.357

Davon Aufwendungen für Altersversorgungssysteme

 

681

 

897

 

834

 

1.060

 

1.064

Pensionsverpflichtungen1

 

22.588

 

20.682

 

27.771

 

26.809

 

28.995

Gezahlte Versorgungsleistungen

 

887

 

925

 

942

 

997

 

1.131

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Aktuelle und künftige Mitarbeiter legen großen Wert darauf, berufliche Interessen mit privaten oder familiären Belangen in Einklang bringen zu können. Unser Engagement geht dabei in vielen Ländern weit über gesetzliche Verpflichtungen hinaus. Wir bieten unseren Beschäftigten eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten und Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder der Pflege naher Angehöriger.

Seit 2015 hat Bayer in Deutschland gemeinsam mit dem Betriebsrat in einer neuen Gesamtbetriebsvereinbarung erstmals auch einheitliche Rahmenbedingungen zum kurzfristigen mobilen Arbeiten (Homeoffice) festgelegt. Darüber hinaus können im Rahmen des Langzeitkontos „BayZeit“ in Deutschland Teile des Gehalts in freie Zeit umgewandelt werden. Ähnliche Programme gibt es in weiteren Ländern.

Im Berichtsjahr waren konzernweit rund 10.700 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, insbesondere in Europa. Dies entspricht einer Quote von 9 %.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-8

eingeschränkt geprüft

Anteil der Mitarbeiter in Teilzeitbeschäftigung nach Regionen und Geschlecht

 

 

Frauen

 

Männer

 

Gesamt

 

 

2015

2016

 

2015

2016

 

2015

2016

 

 

in %

in %

 

in %

in %

 

in %

in %

Vorjahreswerte angepasst

Europa / Nahost / Afrika

 

23,0

23,8

 

11,6

12,2

 

16,0

16,7

Nordamerika

 

1,2

1,3

 

0,2

0,1

 

0,6

0,6

Asien / Pazifik

 

2,1

2,6

 

0,1

0,2

 

0,8

1,1

Lateinamerika

 

0,1

0,1

 

0,0

0,0

 

0,0

0,1

Gesamt

 

12,7

13,5

 

6,0

6,5

 

8,5

9,1

Bei Bayer haben Frauen und Männer die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Da die nationalen Regelungen zur Elternzeit weltweit stark differieren, erheben wir die Daten an unseren Hauptgeschäftsstandorten. Diese repräsentieren eine Auswahl an Ländern, in denen wir rund 81 % unseres Umsatzes generieren. Im Berichtsjahr nahmen dort 1.621 Frauen und 687 Männer Elternzeit. Im selben Jahr kehrten 1.583 Mitarbeiter aus der Elternzeit zurück.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-9

eingeschränkt geprüft

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft für Deutschland die Wiedereintrittsrate der Mitarbeiter, die gemäß den gesetzlichen Möglichkeiten pro Kind bis zu drei Jahren Elternzeit nehmen können oder das weitergehende Unternehmensangebot „Familie und Beruf“ (bis zu sechs Jahren) angenommen haben. Sie lag Ende 2016 bei 70,4 %. Von den Frauen, die seit 2014 Elternzeit nahmen, kehrten 50,6 % zurück, von den Männern 94,2 %.

Wiedereintrittsrate nach Elternzeit am Beispiel Deutschland

 

 

Frauen

 

Männer

 

Gesamt

 

 

in %

absolut

 

in %

absolut

 

in %

absolut

1

Dazu zählen u.a. arbeitnehmer- und arbeitgeberseitige Kündigungen, Aufhebungsverträge sowie Austritte aufgrund von auslaufenden Verträgen.

Mitarbeiter in Elternzeit seit 2014

 

54,5

1.101

 

45,5

918

 

100,0

2.019

davon noch in Elternzeit/ruhender Vertrag

 

43,5

479

 

4,8

44

 

25,9

523

davon zurückgekehrt bis 2016

 

50,6

557

 

94,2

865

 

70,4

1.422

davon ausgetreten1

 

5,9

65

 

1,0

9

 

3,7

74

Die Gesamtbetriebsvereinbarung „Pflege von nahen Angehörigen“ bei Bayer in Deutschland ermöglicht den Mitarbeitern zudem, Beruf und Pflege naher Angehöriger leichter miteinander zu verbinden.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-10

eingeschränkt geprüft

Unsere Beschäftigten können sich bis zu zehn Tage bezahlt freistellen lassen, wenn ein akuter Pflegefall in ihrer Familie eintritt. Bei einer länger andauernden Pflege kann die Arbeitszeit auf Teilzeit reduziert werden. Das Entgelt wird in dieser Zeit durch ein Langzeitkonto aufgestockt. Wer sich in Vollzeit um einen nahen Angehörigen kümmern möchte, kann sich bis zu einem halben Jahr – in Ausnahmen auch bis zu einem Jahr – unbezahlt vollständig von der Arbeit freistellen lassen.

Initiativen zur Gesundheitsförderung und sichere Arbeitsbedingungen

In Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bieten wir zahlreiche und regelmäßige Programme zur Prävention an, die von ergonomischen Arbeitsplätzen über Stressmanagement bis hin zu Anreizsystemen für gesundheitsförderndes Verhalten reichen.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-11

eingeschränkt geprüft

Die Initiative „Gesund bei Bayer“ bietet Mitarbeitern in Deutschland die Möglichkeit mehr Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Das Spektrum reicht dabei von Vorsorgeuntersuchungen und Programmen zur gesunden Ernährung bis hin zu einem ergänzenden Sportangebot in einem der von Bayer unterstützten Vereine. Auch die Unterstützung bei der Behandlung von Krankheiten oder Wiedereingliederungsmaßnahmen gehören zum Gesundheitsmanagement.

In vielen Ländern setzt Bayer Aktivitäten und Programme zur Stärkung von Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter um, z. B. „B Well“ in den USA, wo individuelle Gesundheitsziele definiert und darauf ausgerichtete Programme erarbeitet werden. In Mexiko unterstützt „Vive con Bien Estar“ – eine breite Initiative der Bereiche Personal, medizinische Dienste, Security und Kommunikation – die Mitarbeiter rund um ihre Gesundheit und persönliche Entwicklung.

Wir streben in allen Ländern an, unseren Mitarbeitern den Zugang zu bezahlbaren und zielgerichteten Gesundheitsdiensten wie regelmäßigen medizinischen Check-ups, Sportprogrammen, Rehabilitation oder Versorgung vor Ort im Unternehmen zu ermöglichen. Zudem schaffen wir sichere Arbeitsbedingungen und damit ein Umfeld, in dem unsere Mitarbeiter angstfrei arbeiten und ohne Risiko dienstlich international unterwegs sein können. Unsere Arbeitnehmervertreter sind in das Betriebliche Gesundheitsmanagement eingebunden und arbeiten aktiv an seiner Weiterentwicklung mit.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-12

eingeschränkt geprüft

Verbindliche Vereinbarungen auf Konzernebene

Das „Bayer Europa Forum“, ein gemeinsames Gremium von Vertretern der Unternehmensleitung und der Arbeitnehmer, hat die „Luxemburger Deklaration zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in der EU“ unterzeichnet. Die BGF umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Ziel des Netzwerks mit bisher rund 200 Unternehmen ist es, nachahmenswerte Praxisbeispiele zu identifizieren und zu verbreiten.

Zu den konzernübergreifenden Initiativen gehört beispielsweise in Deutschland die Gesamtbetriebsvereinbarung „Lebensarbeitszeit und Demografie“ und „Gestaltung des Demografischen Wandels im Tarifbereich bei Bayer“. Diese enthalten eine Belastungsreduzierung ab dem 55. Lebensjahr für Schichtmitarbeiter mit regelmäßiger Nachtarbeit bzw. ab dem 57. Lebensjahr für alle anderen in Deutschland beschäftigten Tarifmitarbeiter, einen erleichterten Wiedereinstieg für langfristig erkrankte Tarifbeschäftigte und eine umfangreiche Vorsorgeuntersuchung für alle Beschäftigten. Am Programm „Belastungsreduzierung im Alter“ nahmen im Berichtsjahr mehr als 98 % der Anspruchsberechtigten teil.

Soziale Verantwortung für Mitarbeiter weltweit

Weltweit können mehr als 70 % aller Mitarbeiter einen Bayer-Pensionsplan nutzen. Die Leistungen richten sich nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes sowie nach Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter. Nahezu alle unsere Beschäftigten weltweit sind entweder gesetzlich krankenversichert oder können entsprechende Angebote unseres Unternehmens nutzen.

70 %

aller Bayer-Mitarbeiter nutzen die betriebliche Altersvorsorge.

Absicherung durch Krankenversicherung und Altersversorgung

 

 

Krankenversicherung1

 

Altersversorgung2

 

 

2015

2016

 

2015

2016

 

 

in %

in %

 

in %

in %

Vorjahreswerte angepasst

1

Staatlich oder arbeitgeber-/arbeitnehmerfinanziert

2

Zusätzlich zur staatlichen Rentenversicherung

Europa / Nahost / Afrika

 

98

98

 

85

86

Nordamerika

 

93

99

 

99

100

Asien / Pazifik

 

95

96

 

39

39

Lateinamerika

 

95

99

 

54

57

Gesamt

 

96

98

 

72

74

Unsere soziale Verantwortung wird auch im Umgang mit Restrukturierungsmaßnahmen deutlich, bei denen wir den Ausgleich mit den Interessen unserer Mitarbeiter suchen. In Deutschland, dem mit 37.000 Mitarbeitern größten Land für den Konzern, sind betriebsbedingte Kündigungen für den Großteil der Beschäftigten durch eine Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende 2020 ausgeschlossen.

Sogenannte kollektive Regelungen wie Tarifverträge oder betriebliche Vereinbarungen gelten im Berichtsjahr für rund 61 % unserer weltweit tätigen Mitarbeiter. In verschiedenen Landesgesellschaften nehmen auch gewählte Mitarbeitervertreter die Interessen der Beschäftigten wahr und besitzen bei bestimmten personalbezogenen Unternehmensentscheidungen ein Mitspracherecht. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit unserer Beschäftigten übersteigt in keinem Land 48 Stunden in der Woche.

Online-Ergänzung: A 1.4.1-13

eingeschränkt geprüft

Anteil Kollektiv-Vereinbarungen nach Regionen1

 

 

2015

 

2016

 

 

in %

 

in %

Europa / Nahost / Afrika

 

84

 

84

Vorjahreswerte angepasst

1

Anteil Mitarbeiter, die durch Kollektiv-Vereinbarungen erfasst werden, insbesondere hinsichtlich Löhnen und Arbeitsbedingungen (wie Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen)

Nordamerika

 

5

 

5

Asien / Pazifik

 

44

 

45

Lateinamerika

 

53

 

52

Gesamt

 

60

 

61

2.600

Menschen mit Behinderungen sind bei Bayer unternehmensweit beschäftigt.

Zu unserem Selbstverständnis als sozial verantwortlich handelndes Unternehmen gehört auch der Einsatz für die Belange benachteiligter Menschen. Wir beschäftigten in 29 Ländern insgesamt ca. 2.600 Menschen mit Behinderung, davon 36 % Frauen und 64 % Männer. Dies entspricht ungefähr 2 % unserer Gesamtbelegschaft. Die meisten Schwerbehinderten sind in den Konzerngesellschaften in Deutschland angestellt, wo die Schwerbehindertenquote im Berichtsjahr 5,1 % betrug.