Strategie, Steuerung und Management

Nach­haltigkeits­management

Nachhaltigkeit bedeutet für uns die Sicherung unserer Zukunftsfähigkeit und ist als Teil der Konzernstrategie in unsere täglichen Arbeitsabläufe integriert. Unser Bekenntnis zum UN Global Compact Der United Nations Global Compact (UNGC) ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage von 10 universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verfolgt der UNGC die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Mit der Verpflichtung zum UNGC ist eine jährliche Dokumentation des Unternehmensengagements zur Erreichung der zehn Prinzipien verbunden. , zur Initiative „Responsible Care™“ sowie unser weltweites Engagement in führenden Initiativen wie z. B. dem „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) unterstreichen unser Selbstverständnis als nachhaltig handelndes Unternehmen. Bayer bekennt sich zu den UN-Entwicklungszielen („Sustainable Development Goals“, SDGs) und hat 2016 eine Unternehmensposition dazu veröffentlicht.

Mit unseren Innovationen, Produkten und Dienstleistungen leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung einiger der größten globalen Herausforderungen: dazu zählen insbesondere die SDGs gegen den Hunger und für eine gute Gesundheitsversorgung in der Welt.

Klare Verantwortlichkeiten und Strukturen definiert

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie ist bei Bayer auf Vorstandsebene fest verankert. Für die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns sind der Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit in seiner Funktion als Chief Sustainability Officer und die 2016 eingeführte Konzernfunktion Health, Safety und Sustainability verantwortlich. Die operative Umsetzung erfolgt mithilfe nicht-finanzieller Ziele und Leistungskennzahlen entlang der Wertschöpfungskette. Grundlage dafür sind die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten in der Konzernstruktur und die Ermittlung wesentlicher Handlungsfelder durch eine Materialitätsanalyse. Konzernregelungen sorgen für die Verankerung unserer Nachhaltigkeitsprinzipien im operativen Geschäft, die durch entsprechende Managementsysteme, Gremien und Prozesse umgesetzt werden. Die fortwährende Überprüfung und Anpassung der Richtlinien sowie regelmäßige interne Audits stellen sicher, dass unsere Managementsysteme kontinuierlich verbessert und den jeweiligen spezifischen Anforderungen angepasst werden.

Covestro hat eine eigene Nachhaltigkeits-Organisation aufgebaut, die nach ähnlichem System und mit vergleichbaren Prozessen arbeitet wie Bayer. Soweit nicht explizit genannt, schließen die nachfolgenden Angaben in diesem Kapitel Covestro nicht mit ein.

Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements

Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements (Grafik)Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements (Grafik)

Materialitätsanalyse und Handlungsfelder aktualisiert

Wir analysieren regelmäßig die Erwartungen und Anforderungen unserer maßgeblichen Stakeholder und spiegeln diese mit unserer eigenen Einschätzung. So können wir aktuelle Entwicklungen und nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken frühzeitig erkennen und in unsere Strategie integrieren. Vor dem Hintergrund der Verselbstständigung von Covestro und der damit verbundenen organisatorischen Neuausrichtung als Life Sciences umfassen bei Bayer die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft und beschreiben den Bayer-Konzern ohne seine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft Covestro. Zu den Life-Science-Bereichen gehören die Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie die Geschäftseinheit Animal Health. -Unternehmen haben wir unsere Handlungsfelder 2016 überprüft. Hierzu wurden die Themen unserer letzten Materialitätsanalyse überprüft und auf ihre Relevanz bezüglich der Neuausrichtung bewertet. Die ermittelten Themen haben ausgewählte interne und externe Stakeholder auf ihre Relevanz für Bayer in Bezug auf Umsatz, Kosten, Risiko und Reputation beurteilt. Die Ergebnisse wurden entsprechend der internen und externen Sichtweise in einer Materialitätsmatrix zusammengeführt. In einem weiteren Schritt wurden die für Bayer relevanten Themen zu elf Handlungsfeldern verdichtet. Der gesamte Prozess wurde vom Vorstand bestätigt. In der nachfolgenden Grafik stellen wir unsere Handlungsfelder und ihre Zuordnung zu den Wertschöpfungsstufen dar.

Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungsstufen

Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungsstufen (Grafik)Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungsstufen (Grafik)

Den Content-Index der Global Reporting Initiative ( GRI (Global Reporting Initiative) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Verbreitung und Optimierung von Nachhaltigkeitsberichterstattung einsetzt. Die GRI-Leitlinien gelten als der meistgenutzte und international anerkannteste Standard der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese Leitlinien werden in einem Multi-Stakeholder-Verfahren weiterentwickelt. Gegründet wurde GRI 1997 von Ceres (Coalition of environmentally responsible economies) und UNEP (dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen). ) mit den korrespondierenden UN Global Compact-Prinzipien sowie unseren Handlungsfeldern zugeordnete wesentliche GRI-Aspekte stellen wir in der erweiterten Geschäftsberichtsfassung zur Verfügung. Dazu geben wir an, ob unsere Einflussmöglichkeit innerhalb oder außerhalb des Unternehmens liegt. Auf unserer Nachhaltigkeits-Webseite stellen wir eine Übersichtstabelle mit den Handlungsfeldern, deren Definition, den entsprechenden Konzernzielen sowie den zugeordneten GRI-Aspekten bereit.

Stakeholderdialog fördert Akzeptanz und Unternehmenserfolg

Bayer ist als Unternehmen Teil der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens. Der kontinuierliche und systematische Dialog mit unseren Stakeholdern ist uns daher besonders wichtig. Ihre Erwartungen und Perspektiven beeinflussen die gesellschaftliche Akzeptanz von Bayer und damit unseren Geschäftserfolg. Sie lassen uns so wichtige Trends und Entwicklungen in der Gesellschaft und unseren Märkten frühzeitig erkennen, geben uns Impulse für die Weiterentwicklung unseres unternehmerischen Handelns, unseres Risikomanagements und unserer Berichterstattung. Wir nehmen die vielfältigen Anforderungen unserer Stakeholder ernst und berücksichtigen sie bei der Ausgestaltung unseres Geschäfts. Im Gegenzug nutzen wir die Chance, durch den offenen Austausch mit ihnen Vertrauen für unsere Produkte und den gesellschaftlichen Wert unserer Leistungen zu schaffen. Grundsätzlich unterscheiden wir vier Stakeholdergruppen, mit denen wir hauptsächlich interagieren.

Stakeholder-Dialog: Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen

Stakeholder-Dialog: Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen (Grafik)Stakeholder-Dialog: Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen (Grafik)

Online-Ergänzung: A 1.2.3-1

eingeschränkt geprüft

Vielfältige Anspruchsgruppen im Blick

Die Einbindung von Interessengruppen erfolgt unter anderem auf Basis unseres Stakeholder-Engagement-Prozesses. Dieser beschreibt, wie deren Erwartungen z. B. in ein Projekt aufgenommen und der Austausch gesteuert werden kann. Der Engagement-Prozess wird regelmäßig vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Trends überprüft.

Stakeholder-Engagement-Prozess

Stakeholder-Engagement-Prozess (Grafik)Stakeholder-Engagement-Prozess (Grafik)

Frühzeitiger und offener Dialog bei neuen Projekten

Um die Akzeptanz und Wertschätzung für unser Geschäft langfristig sicherzustellen, wollen wir die Interessen unserer Stakeholder mit unserer Geschäftsstrategie verknüpfen. Bayer geht bereits zu Beginn eines neuen Projekts auf gesellschaftliche und politische Akteure zu und wirbt um Unterstützung. Der offene Dialog ermöglicht dabei, Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Wir nutzen einen Leitfaden für unser Stakeholder-Engagement bei strategischen Entscheidungsprozessen – wie z. B. Investitionsprojekten und neuen Produkteinführungen. Die damit verbundene interne Plattform, das „Virtual Resource Center“, bietet dazu entsprechende Online-Instrumente. Das Konzept wird aktuell bei verschiedenen Projekten im Unternehmen eingesetzt und anhand der Praxiserfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt. Zusätzlich werden die oberen Führungskräfte systematisch für einen besseren Austausch mit kritischen Stakeholdern geschult.

Zielgruppenorientierte Formate der Zusammenarbeit

Unsere regelmäßigen Stakeholder-Aktivitäten reichen von Dialogen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene über die Mitarbeit in Gremien und Fachworkshops, umfassenden Informationsprogrammen, themenbezogenen Multi-Stakeholder-Veranstaltungen bis hin zur Teilnahme an internationalen Initiativen und Kooperationen. Zu unserem Stakeholder-Dialog gehört auch ein systematisches Monitoring.

Anhand ausgewählter Beispiele aus dem Jahr 2016 geben wir nachfolgend oder in den relevanten Kapiteln Einblick in unser Engagement bezogen auf unsere vier wichtigsten Stakeholdergruppen.

Unsere Partner

Kunden / Lieferanten

Nähere Informationen hierzu finden Sie in Kapitel „Einkauf und Lieferantenmanagement“ und in Kapitel „Marketing und Vertrieb“.

Mitarbeiter

Mehr zur Mitarbeiterkommunikation lesen Sie in Kapitel „Engagement für Mitarbeiter und Gesellschaft“.

Hochschulen, wissenschaftliche Einrichtungen

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Bayer werden durch den internationalen Austausch mit führenden Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Partnerunternehmen erweitert. Weitere Informationen hierzu können Sie dem Kapitel „Innovation im Fokus“ entnehmen.

Schulen und Hochschulen

Nähere Informationen zu unseren umfangreichen Aktivitäten im Dialog mit Schülern und Studenten finden Sie in der Online-Ergänzung „A 1.4.1-15“ dieses Geschäftsberichts.

Verbände

Bayer ist aktives Mitglied in zahlreichen Verbänden sowie deren Gremien oder hält Führungspositionen, wie etwa beim Verband der Chemischen Industrie (VCI; Vize-Präsidentschaft), dem Deutschen Aktieninstitut (DAI; Präsidentschaft) und dem European Chemical Industry Council (CEFIC; Executive Director Sustainability). Bayer stellt zudem den Vorstandsvorsitzenden von econsense, dem Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft.

Unsere Segmente engagieren sich in ihren jeweiligen Fachverbänden und Gremien. Pharmaceuticals beispielsweise gehört dem Vorstand des europäischen (EFPIA) sowie des amerikanischen Pharmaverbands (PhRMA) an. Consumer Health besetzt leitende Funktionen in relevanten Industrie- und Handelsverbänden. Das hierfür zuständige Mitglied des Bayer-Vorstands gehört dem Vorstand des Weltverbands der Selbstmedikations-Hersteller (World Self-Medication Industry, WSMI) an. Vertreter des Segments sitzen im Vorstand regionaler Selbstmedikationsverbände in den USA, Lateinamerika und in Europa, wo Bayer derzeit die Vizepräsidentschaft innehat.

Crop Science gehört dem Vorstand des internationalen Pflanzenschutzverbands CropLife International, den regionalen Verbänden CropLife Amerika, Asien, Lateinamerika, Afrika & Mittlerer Osten, dem europäischen Verband „European Crop Protection Association (ECPA)“ sowie dem Präsidium des deutschen Industrieverbands Agrar an.

Animal Health ist u. a. im Vorstand des internationalen Verbands „Health for Animals“ sowie des europäischen Verbands für Tiergesundheit (IFAH Europa) vertreten.

Covestro hat im europäischen Kunststoff-Herstellerverband PlasticsEurope die Präsidentschaft inne und ist im Executive Committee des globalen Verbands World Plastics Council aktiv. Darüber hinaus gehört Covestro dem CEFIC-Executive Committee sowie dem Präsidium des VCI an.

Finanzmarktteilnehmer

Investoren, Banken, Rating-Agenturen

Mehr zu unserem Dialog mit dem Kapitalmarkt – Aktionären, Kapitalanlagegesellschaften, institutionellen Investoren, Banken und Rating-Agenturen – können Sie im Kapitel „Bayer am Kapitalmarkt“ dieses Geschäftsberichts nachlesen.

Regulierer

Gesetzgeber, Behörden, Politiker

Die Rahmenbedingungen, unter denen unser Unternehmen agiert, werden im Wesentlichen von Behörden, Gesetzgebern und Politikern gestaltet. Der Dialog mit Behörden und Ministerien umfasst weltweit u. a. Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern sowie die Mitarbeit in Fachausschüssen und Kooperationsprojekten. Unsere Mitwirkung in politischen Entscheidungsprozessen ist dabei vonseiten der Akteure ausdrücklich erwünscht.

Wahrnehmung politischer Interessen

Mit dem „Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying“ hat Bayer verbindliche Regeln für das Engagement im politischen Raum geschaffen und setzt auf Transparenz in der Zusammenarbeit mit Repräsentanten politischer Institutionen. Innerhalb des Konzerns erarbeitet das „Public and Governmental Affairs Committee“ die Grundsätze für die Ausrichtung der politischen Arbeit von Bayer. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung der politischen Positionen des Unternehmens, aber auch die Positionierung des Bayer-Vorstands zu wichtigen politischen Fragestellungen. Der Fokus der politischen Interessenvertretung von Bayer lag im Jahr 2016 unter anderem auf der gesellschaftlichen Diskussion guter Rahmenbedingungen für die Entwicklung innovativer Technologien und Produkte im Life-Science-Bereich, wissenschaftsbasierter Regulierung sowie notwendigen Reformen bei der Pflanzenschutzmittelzulassung und im Bereich Saatgut. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Einbringung von Vorschlägen zur Schaffung nachhaltiger Gesundheitssysteme und der Stärkung von Selbstmedikation als wesentlichem Faktor in diesem Prozess. Bayer wirbt auch für den Abbau von Innovationshürden und engagiert sich auf unterschiedlichen Politikfeldern: von Energie und Chemikalien über Handel bis hin zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Bayer setzt sich zudem für den Schutz geistigen Eigentums ein. Dieser ist eine zentrale Voraussetzung, um weiterhin hohe Investitionen in die Entwicklung innovativer Produkte tätigen zu können. Mehr zu unseren politischen Grundsätzen und Positionen erfahren Sie im Internet.

Unsere Verbindungsbüros in Berlin, Brüssel, Washington, Moskau, Brasilia und Peking sind für unser Unternehmen wichtige Kontaktstellen zur Politik. Bayer beteiligt sich proaktiv an vorhandenen Transparenzinitiativen. Wir veröffentlichen Angaben zu Kosten, Mitarbeiterzahl und sonstigen im jeweiligen Land gesetzlich vorgeschriebenen Daten, z. B. in den Transparenzregistern der Europäischen Institutionen oder des US-Kongresses. Dabei geht Bayer weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen hinaus. So veröffentlichen wir beispielsweise auch Daten für Länder, wie etwa Deutschland, in denen keinerlei gesetzliche Anforderung für deren Veröffentlichung besteht. 2016 beliefen sich die Kosten der Verbindungsbüros, die jeweils Personal-, Sach- und Projektkosten beinhalten, auf rund: 1,4 Mio. € in Berlin, 1,9 Mio. € in Brüssel, 7,3 Mio. € in Washington, 0,2 Mio. € in Moskau, 1,3 Mio. € in Brasília und 1,1 Mio. € in Peking.

Gemäß unserer Konzernregelung haben wir uns verpflichtet, keine direkten Spenden an politische Parteien, Politiker oder Kandidaten für ein politisches Amt zu leisten. Einige Verbände, deren Mitglied wir sind, spenden allerdings unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen in eigener Verantwortung.

Das „Bayer Corporation Political Action Committee“ (BayPac) wird in den USA von einigen unserer Mitarbeiter genutzt, um Kandidaten für parlamentarische Ämter durch private Spenden zu unterstützen. „Political Action Committees“ sind in den USA staatlich reglementierte und rechtlich selbstständige Mitarbeitergruppen. In den USA ist es Unternehmen bei Wahlen auf Bundesebene gesetzlich untersagt, politische Kandidaten mit Spenden direkt zu unterstützen. Für Wahlen auf Bundesstaaten- und lokaler Ebene sind solche direkten Spenden des Unternehmens ebenfalls in vielen Fällen gesetzlich untersagt, jedoch unabhängig von der Gesetzeslage aufgrund bei Bayer bestehender interner Regelungen ausgeschlossen. Daher sind diese Spenden keine Unternehmensspenden. Die „BayPac“-Beiträge werden regelmäßig an die US-Wahlaufsichtsbehörde Federal Election Commission gemeldet und sind auf deren Webseite abrufbar.

Gesellschaftliche Interessengruppen

Nichtregierungsorganisationen, Öffentlichkeit, Nachbarn, Wettbewerber

Bayer beteiligt sich auf nationaler und internationaler Ebene an einer Vielzahl von Projekten, thematischen Initiativen und Fachkonferenzen, um die gemeinsame Aufgabe der nachhaltigen Entwicklung aktiv mitzugestalten. Dazu gehört neben dem Austausch und der Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und supranationalen Organisationen insbesondere auch der Dialog mit der Öffentlichkeit.

Bayer engagiert sich unter anderem aktiv im UN Global Compact, sowohl in den Initiativen „CEO Water Mandate“ und „Caring for Climate“ als auch im globalen Netzwerk des Global Compact LEAD und lokalen Netzwerken. Seit 2004 sind wir darüber hinaus als Organizational Stakeholder der Global Reporting Initiative aktiv.

Als Mitinitiator im Bündnis „Zukunft der Industrie“ hat sich Bayer in Deutschland mit mehreren Veranstaltungen an der Woche der Industrie beteiligt, die 2016 zum ersten Mal stattgefunden hat. Damit haben wir die Leistungsfähigkeit, Innovationsbereitschaft und die unverzichtbaren Beiträge der Industrie zum gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland verdeutlicht.

Segmente entwickeln individuelle Dialogformate

Pharmaceuticals beteiligt sich aktiv am gesellschaftlichen Dialog zu Nachhaltigkeitsthemen und schafft Foren, um den Austausch zu fördern und gemeinsam mit Partnern tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen unterstützt Pharmaceuticals die Konferenz „Internationaler Dialog über Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung“. Hierbei werden Lösungsansätze zu internationalen Fragen der reproduktiven Gesundheit erarbeitet und Erfahrungen bei der Verwirklichung der UN-Millenniums-Entwicklungsziele ausgetauscht.

Consumer Health und die US-amerikanische NGO „White Ribbon Alliance“ (WRA) leisten im Rahmen ihrer Partnerschaft gemeinsam einen Beitrag zur Unterstützung der UN-Kampagne „Every Woman Every Child“ („Jede Frau, jedes Kind“). Ziel ist, die Sterblichkeit von Müttern, Säuglingen und Kindern auf lokaler Ebene zu reduzieren. Außerdem unterstützt Consumer Health die Kampagne „Safe Birth“ des United Nations Population Fund (UNFPA).

Crop Science hat verschiedene Dialogformate ins Leben gerufen, um den Wissenstransfer im Agrarbereich zu erhöhen, die Verbesserungen in der nachhaltigen Landwirtschaft herauszustellen und die Kommunikation mit Stakeholdern – wie Landwirten, öffentlichen Entscheidungsträgern sowie der breiten Öffentlichkeit – zu intensivieren. Zusammen mit Geschäftspartnern aus der Industrie organisierte Bayer u. a. zahlreiche Besuche auf dem „Hof ten Bosch“ in der Nähe von Brüssel, Belgien, um Vertretern der EU, Journalisten und anderen Stakeholdern an einem Praxisbeispiel zu zeigen, wie digitaler Ackerbau funktioniert und weiter ausgebaut werden kann. Crop Science sieht ein großes Potenzial in der Digitalisierung der Landwirtschaft und entwickelt daher z. B. gemeinsam mit Partnern digitale Anwendungen für Landwirte, die sie bei Entscheidungsprozessen unterstützen und ihnen helfen, ihre Arbeitsabläufe zu optimieren.

Crop Science führt einen intensiven, gesellschaftlichen Dialog über die Vorteile von Wissenschaft und Innovation in der modernen Landwirtschaft. Vor allem junge Menschen sollen mit dem Bildungsprogramm „Agricultural Education“ angeregt werden, sich eingehender mit der Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion auseinanderzusetzen. Das Programm umfasst neben praxisnahen Übungen in Schülerlaboren auch Stipendien für Studierende der Agrarwissenschaften sowie den Ideenaustausch über die Zukunft der Landwirtschaft auf internationalen Jugendkonferenzen wie dem „Youth Ag-Summit“. Das neue Onlineangebot „AgLearn“ ermöglicht außerdem praktisches Lernen durch Online-Experimente zum Thema Pflanzenwachstum.

Nachbarschaftsdialoge schaffen Vertrauen

Ein wichtiger Teil der Stakeholderdialoge wird im direkten Umfeld unserer Standorte geführt. Wir arbeiten daran, überall als verlässlicher Partner und attraktiver Arbeitgeber anerkannt zu werden, der seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Bei Investitionsprojekten beispielweise ist die Einbindung der Nachbarschaft entscheidend für den Erfolg eines Projekts.

Der Dialog mit der Nachbarschaft in der Umgebung unserer Produktionsstandorte ist in einer Konzernregelung zum Standortmanagement verankert. Gepflegt wird der Nachbarschaftsdialog gemeinsam von den Standorten und der jeweiligen Landesorganisation. In Deutschland werden für den Nachbarschaftsdialog u. a. die Chempark-Nachbarschaftsbüros genutzt.

Für Pharmaceuticals und Consumer Health hat insbesondere der nachbarschaftliche Austausch an den Produktionsstandorten einen hohen Stellenwert, um den Betrieb der jeweiligen Anlage transparent zu gestalten. Es werden Führungen und Dialogveranstaltungen angeboten sowie Informationsmaterial für verschiedene Stakeholder- und Altersgruppen zur Verfügung gestellt. Ein regelmäßiger Austausch wird auch in Netzwerken mit Vertretern der örtlichen Regierungen sowie anderen ansässigen Unternehmen gepflegt. Crop Science informiert regelmäßig seine Nachbarn, u. a. in Deutschland an den Standorten Dormagen, Frankfurt-Hoechst und Knapsack, durch Foren, Printmedien sowie persönliche Gespräche mit Bürgerinitiativen, Vertretern der Kirchengemeinden und der regionalen Presse. Auch an Standorten in anderen Ländern, wie z. B. den USA, findet ein intensiver Austausch mit den Stakeholdern aus der Nachbarschaft statt.

Covestro initiiert den Dialog mit Nachbarn, der Öffentlichkeit und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) anlassbezogen. In den USA z. B. erfolgt der Dialog über die „Community Advisory Panels“ (CAP). Diese organisieren regelmäßige Treffen, z. B. mit der lokalen Regierung oder der Nachbarschaft, um über aktuelle Themen zu informieren. Besonders bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen tritt Covestro in direkten Dialog mit gesellschaftlichen Interessensgruppen.