Nachhaltiges Handeln: Verantwortung in der Wertschöpfung

Umweltschutz

Unsere Verantwortung für den Schutz der Umwelt nehmen wir auf vielfältige Weise wahr: Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Belastungen für die Umwelt durch unsere Geschäftstätigkeit zu verringern, und entwickeln Produktlösungen, die der Umwelt zugutekommen. Für uns ist der effiziente Umgang mit Rohstoffen und Energie sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll: Unsere Maßnahmen entlasten die Umwelt und senken gleichzeitig die Kosten für Material, Energie, Emissionen und Entsorgung.

Wir nutzen viele Möglichkeiten, unsere Produktionsverfahren ressourcenschonender und emissionsärmer zu gestalten. Unserem Anspruch folgend setzen wir uns für eine möglichst geringe Abwasserbelastung ein. Die Menge der zu entsorgenden Materialien verringern wir durch ein systematisches Abfallmanagement und Recycling-Aktivitäten.

Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen sind auf Konzernebene u. a. durch Konzernregelungen sowie Ziele und Leistungskennzahlen festgelegt. Mithilfe zertifizierter HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. -Managementsysteme regeln wir die operative Umsetzung. Unsere ökologischen Standards gelten dabei weltweit.

Energieeinsatz

Gesamtenergieeinsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen

Im Berichtsjahr ist der Gesamtenergieeinsatz um 1,6 % auf 84,5 Petajoule gestiegen. Beim Gesamtenergieeinsatz unterscheiden wir zwischen dem Primärenergieeinsatz in Form von meist fossilen Energieträgern für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf sowie dem Sekundärenergieeinsatz, der den Zukauf von Strom, Dampf und Kälte sowie den Einsatz von Prozesswärme wiedergibt. Der Primärenergieeinsatz nahm 2016 um 1,0 % zu, der Sekundärenergieeinsatz um 2,2 %. Der gestiegene Energiebedarf ist auf erhöhte Produktionsaktivitäten an den Standorten Leverkusen und Uerdingen, Deutschland, zurückzuführen.

Energieeinsatz im Bayer-Konzern1

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in TJ

 

in TJ

 

in TJ

 

in TJ

 

in TJ

1

Der Energieeinsatz ist jeweils per saldo dargestellt, was unter Umständen zu negativen Werten führt.

2

z. B. Wasserstoff

3

Der Anteil der verschiedenen Primärenergieträger am eingesetzten Strom ist abhängig vom jeweiligen nationalen Strommix.

Primärenergieeinsatz für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf

 

49.047

 

47.582

 

45.572

 

42.996

 

43.424

Erdgas

 

30.411

 

29.796

 

31.580

 

28.813

 

27.552

Kohle

 

15.954

 

15.094

 

12.611

 

12.755

 

13.420

Flüssigbrennstoffe

 

656

 

416

 

421

 

350

 

465

Abfall

 

1.005

 

1.282

 

833

 

1.523

 

1.800

Andere2

 

1.021

 

994

 

127

 

−445

 

187

Sekundärenergieeinsatz

 

34.137

 

33.266

 

39.745

 

40.186

 

41.070

Strom3

 

25.849

 

25.560

 

27.177

 

25.977

 

28.070

Dampf

 

−121

 

−801

 

3.579

 

4.694

 

3.576

Dampf aus Abwärme (Prozesswärme)

 

9.144

 

9.146

 

9.639

 

9.974

 

10.010

Kälte

 

−735

 

−639

 

−650

 

−459

 

−586

Gesamtenergieeinsatz

 

83.184

 

80.848

 

85.317

 

83.182

 

84.494

Gesamtenergieeinsatz Life Sciences

 

28.481

 

27.972

 

26.288

 

24.677

 

26.243

Energieeffizienz-Ziel der Life-Science-Bereiche erreicht und neu formuliert

Wir messen Energieeffizienz als Relation zwischen Energieeinsatz in Megawattstunden (MWh) und produzierter Verkaufsmenge (in Tonnen). Die produzierte Verkaufsmenge der Life Sciences lag im Jahr 2016 mit einer Reduktion um 0,5 % ungefähr auf Vorjahresniveau, der Energieeinsatz stieg um rund 6,3 %, hauptsächlich bedingt durch unsere Servicegesellschaft Currenta, die u. a. als Energiedienstleister für Bayer und Dritte fungiert. Somit verschlechterte sich unsere Energieeffizienz gegenüber dem Vorjahr um rund 6,8 %.

Energieeffizienz

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in MWh / t

 

in MWh / t

 

in MWh / t

 

in MWh / t

 

in MWh / t

Energieeffizienz Life Sciences

 

8,86

 

8,54

 

7,62

 

6,34

 

6,77

Gemäß unserem Konzernziel streben wir an, die Energieeffizienz von 2012 bis 2020 um 10 % zu verbessern. Mit einer Steigerung der Energieeffizienz um fast 24 % gegenüber dem Basisjahr 2012 wurde dieses Ziel bereits zum Ende des Berichtsjahres erfüllt.

Konzernziel 2020:

Verbesserung der Energieeffizienz um 10 %

Aufgrund der rechtlichen Verselbstständigung von Covestro haben sich sowohl unsere produzierte Verkaufsmenge als auch der Energiebedarf signifikant reduziert. Daher wollen wir bei der Berechnung unserer Energieeffizienz zukünftig eine aussagekräftigere Bezugsgröße für unser Produktportfolio nutzen. Wir werden ab dem Berichtsjahr 2017 für unsere Life-Science-Bereiche Pharmaceuticals, Consumer Health, Crop Science und Animal Health die Energieeffizienz als Verhältnis der eingesetzten Energie zum Außenumsatz – anstatt zur produzierten Verkaufsmenge – berichten. Daher haben wir unser bisheriges Ziel angepasst: Verbesserung unserer Energieeffizienz um 10 % bis zum Jahr 2020 ausgehend vom Basisjahr 2015.

Hoher Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung an der Eigenenergieerzeugung

In unserer Eigenenergieerzeugung setzen wir zu rund 90 % die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung ein. Darüber hinaus beschaffen wir Strom am Markt, beispielsweise über Strombörsen. Die erzeugte und zugekaufte Elektrizität und Wärme werden in unseren Produktionsanlagen sowie in den Anlagen Dritter, insbesondere der Lanxess Deutschland GmbH als weiterem Anteilseigner unserer Servicegesellschaft Currenta, eingesetzt. Der Anteil erneuerbarer Energien wird durch den jeweiligen Energiemix unserer Energieversorger bestimmt. In unserem CDP ist eine Non-Profit-Organisation, die im Auftrag institutioneller Anleger jährlich umfassende Klimadaten Umweltdaten insbesondere zu Treibhausgasemissionen (CDP-Climate) und Wassermanagement (CDP-Water) der 500 größten börsennotierten Unternehmen der Welt erhebt und bewertet. Laut CDP beziehen gegenwärtig mehr als 800 Investoren mit einem Fondsvermögen von insgesamt rund 100 Billionen US-Dollar die Informationen in ihre Investitionsentscheidungen mit ein. -Bericht nehmen wir zu diesen Themen detailliert Stellung.

Emissionen in die Luft

Emissionen in die Luft stammen bei Bayer größtenteils aus der Erzeugung und dem Verbrauch von Strom, Dampf und Prozesswärme. Durch die verschiedenen Maßnahmen im Rahmen unseres Bayer-Klimaprogramms, z. B. der Einführung von Energiemanagementsystemen sowie Produktions- und Prozessinnovationen, haben wir in den vergangenen zehn Jahren eine signifikante Minderung der Emissionen erreicht, die mit einer Verbesserung der Ressourceneffizienz einhergeht. Unsere Erfolge hinsichtlich der Reduktion von Treibhausgas (THG)-Emissionen haben wir in den CDP-Berichten dokumentiert und erhielten 2016 dafür eine exzellente Bewertung: den Leadership-Status mit der Höchstbewertung A.

Auch als Life Sciences umfassen bei Bayer die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft und beschreiben den Bayer-Konzern ohne seine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft Covestro. Zu den Life-Science-Bereichen gehören die Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie die Geschäftseinheit Animal Health. -Unternehmen wollen wir weiterhin auf mehreren Ebenen zum Klimaschutz beitragen. Dazu gehört die Reduzierung unserer produktionsbedingten Emissionen mit ambitionierten Zielen zur Energieeffizienz und Senkung der spezifischen THG-Emissionen. Zukünftig möchten wir unser Augenmerk stärker auf die Emissionsminderung in Nicht-Produktionsbereichen richten. Hierzu zählen für uns u. a. unsere Fahrzeugflotte (Sustainable Fleet-Initiative), die Prüfung des verstärkten Einsatzes von Elektrofahrzeugen (E-Mobility-Programme), die Weiterentwicklung unserer Informations- und Kommunikationstechnologien unter Umweltgesichtspunkten (Green-IT) und die Untersuchung der Einsparpotenziale bei THG-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-1

eingeschränkt geprüft

Auch bei unserer 25.000 Fahrzeuge umfassenden globalen Konzernfahrzeugflotte arbeiten wir weiter an der Reduktion unserer CO2-Emissionen. Diese konnten bei den im Berichtsjahr knapp über 5.000 neu zugelassenen Fahrzeugen mit 145 g / km auf einem annähernd gleichen Niveau wie 2015 (141 g / km) gehalten werden. Unser Ziel ist die Senkung der durchschnittlichen CO2-Emissionen auf 110 g / km für die im Jahr 2020 neu zugelassenen Fahrzeuge. Um dies zu erreichen, werden 2017 weitere Maßnahmen umgesetzt, so u. a. Pilotprojekte zur e-Mobilität.

Transparenz bei Treibhausgas-Emissionen

Bayer berichtet alle Treibhausgas-Emissionen nach den Vorgaben des GHG-Protokoll (Greenhouse Gas Protocol) hat sich als das internationale Berechnungsinstrument zur Erfassung, Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasen etabliert. Die Standards umfassen alle Emissionen innerhalb einer Wertschöpfungskette. Hierbei richtet sich Bayer nach dem „Corporate Standard“ für die direkt (Scope 1) und indirekt erzeugten (Scope 2) Treibhausgas-Emissionen sowie nach dem „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard“, der weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette umfasst. Mit der Aktualisierung der GHG-Richtlinien zu Scope 2 wurde 2015 eine duale Berichterstattung eingeführt. Danach müssen die indirekten Emissionen sowohl nach der standortbezogenen (location-based) als auch der marktorientierten (market-based) Methode berichtet werden. Die standortbezogene Methode nutzt die regionalen oder nationalen durchschnittlichen Emissionsfaktoren, die marktorientierte Methode hingegen berücksichtigt die in den Nachweisinstrumenten enthaltenen anbieter- oder produktspezifischen Emissionsfaktoren. (GHG-Protokoll). Die direkten Emissionen aus eigenen Kraftwerken, Abfallverbrennungs- und Produktionsanlagen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus dem Bezug von Strom, Dampf und Kälte (Scope 2) werden an allen Produktionsstandorten sowie an relevanten Forschungs- und Verwaltungsstandorten erhoben.

Wir berichten seit 2015 nach der aktualisierten Richtlinie des GHG-Protokolls zu Scope 2, nach der die indirekten Emissionen sowohl nach der standortbezogenen als auch marktorientierten Methode angegeben werden müssen.

Treibhausgas-Emissionen1 des Konzerns

in Mio. t CO2-Äquivalenten

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

1

Portfoliobereinigt nach GHG-Protokoll

2

2016 waren 84,21 % der Emissionen CO2-Emissionen, 15,38 % N2O-Emissionen, knapp 0,37 % teilfluorierter Kohlenwasserstoff sowie 0,04 % Methan.

3

ohne Currenta

4

Typischerweise macht CO2 bei Verbrennungsprozessen mehr als 99 % aller Treibhausgas-Emissionen aus. Daher beschränken wir uns bei der Berechnung der indirekten Emissionen auf CO2 und weisen die direkten Emissionen in CO2-Äquivalenten aus.

5

Die marktorientierte Methode des neuen Scope–2-GHG-Protokolls spiegelt die indirekten Emissionen sowie den Erfolg von Emissionsreduktionsmaßnahmen am verlässlichsten wider, darum haben wir für die Berechnungen der gesamten und spezifischen Treibhausgas-Emissionen die nach der marktorientierten Methode berechneten Emissionsvolumina benutzt.

6

Die spezifischen Konzernemissionen errechnen sich aus der Gesamtmenge an direkten und nach der marktorientierten Methode des neuen Scope–2-GHG-Protokolls berechneten indirekten Emissionen sowie Emissionen aus der Fahrzeugflotte dividiert durch die produzierten Verkaufsmengen der Segmente in Tonnen. Von den direkten und indirekten Emissionen werden dabei die Mengen abgezogen, welche aus Energielieferungen an dritte Firmen stammen.

Direkte Emissionen2 gesamt

 

4,24

 

4,09

 

4,02

 

4,41

 

4,30

davon Life Sciences3

 

0,75

 

0,73

 

0,69

 

0,91

 

0,73

Indirekte Emissionen4 gesamt nach der standortbezogenen Methode

 

4,71

 

4,85

 

5,03

 

4,94

 

5,00

davon Life Sciences3

 

0,88

 

0,89

 

0,90

 

0,88

 

0,88

Indirekte Emissionen4 gesamt nach der marktorientierten Methode

 

4,72

 

4,91

 

5,53

 

5,30

 

5,57

davon Life Sciences3

 

0,93

 

0,93

 

0,96

 

0,92

 

0,93

Gesamte Treibhausgas-Emissionen nach der marktorientierten Methode5

 

8,96

 

9,00

 

9,55

 

9,71

 

9,87

davon Life Sciences3

 

1,68

 

1,66

 

1,65

 

1,83

 

1,66

Spezifische Treibhausgas-Emissionen Life Sciences3 (t CO2e/t) nach der marktorientierten Methode5,6

 

1,88

 

1,83

 

1,72

 

1,69

 

1,54

Entsprechend dem GHG-Protokoll nehmen wir alle THG-Emissionen aus der Umwandlung von Primärenergieträgern in Strom, Dampf oder Kälte in unsere Energiebilanz auf, auch wenn ein wesentlicher Anteil unserer direkten Emissionen aus der Erzeugung von Energie resultiert, die an andere Firmen geliefert wird. Dadurch liegen unsere absoluten Zahlen zum Treibhausgas-Ausstoß höher als die Emissionen, die sich aus der reinen Geschäftstätigkeit von Bayer ergeben.

Konzernziel 2020:

Reduktion der spezifischen Treibhausgas-Emissionen um 15 %

Im Konzern verzeichneten wir 2016 einen leichten Anstieg der gesamten THG-Emissionen um 1,7 %, die der Life Sciences ohne Currenta sanken dagegen um 9,5 %. Die direkten Emissionen reduzierten sich konzernweit, vor allem bedingt durch den Verkauf der Chemiepark-Infrastruktur am Crop-Science-Standort Institute, USA, um 2,4 %. Die indirekten Emissionen (market-based Methode) nahmen um 5,1 % zu. Dies war im Wesentlichen auf den gestiegenen Energiebedarf aufgrund erhöhter Produktionsaktivitäten in den Chemparks Leverkusen, Dormagen und Uerdingen, alle Deutschland, zurückzuführen. Die spezifischen Treibhausgas-Emissionen (Gesamtmenge der Emissionen dividiert durch die produzierte Verkaufsmenge) unserer Life-Sciences (hier ohne Currenta) konnten wir erneut senken. Unser bisheriges Konzernziel (Reduktion der spezifischen THG-Emissionen um 15 % bis 2020) haben wir mit einer Reduktion um 18 % gegenüber dem Basisjahr 2012 bereits erreicht.

Analog der Berichterstattung über unsere Energieeffizienz wollen wir auch die Berechnungsmethodik über unsere spezifischen Treibhausgas-Emissionen ab 2017 anpassen. Wir planen, diese als Verhältnis der Treibhausgas-Emissionen unserer Life-Science-Bereiche zu unserem Außenumsatz, anstatt zur produzierten Verkaufsmenge darzustellen. Dementsprechend haben wir unser Konzernziel angepasst: Bis 2020 wollen wir unsere spezifischen Treibhausgas-Emissionen verglichen mit 2015 um 20 % senken. Dieses neue Ziel berücksichtigt in adäquaterer Weise unseren Beitrag zum Klimaschutz und trägt unserer neuen Konzernausrichtung als Life-Science-Unternehmen Rechnung.

Mit dem GHG-Protokoll (Greenhouse Gas Protocol) hat sich als das internationale Berechnungsinstrument zur Erfassung, Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasen etabliert. Die Standards umfassen alle Emissionen innerhalb einer Wertschöpfungskette. Hierbei richtet sich Bayer nach dem „Corporate Standard“ für die direkt (Scope 1) und indirekt erzeugten (Scope 2) Treibhausgas-Emissionen sowie nach dem „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard“, der weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette umfasst. Mit der Aktualisierung der GHG-Richtlinien zu Scope 2 wurde 2015 eine duale Berichterstattung eingeführt. Danach müssen die indirekten Emissionen sowohl nach der standortbezogenen (location-based) als auch der marktorientierten (market-based) Methode berichtet werden. Die standortbezogene Methode nutzt die regionalen oder nationalen durchschnittlichen Emissionsfaktoren, die marktorientierte Methode hingegen berücksichtigt die in den Nachweisinstrumenten enthaltenen anbieter- oder produktspezifischen Emissionsfaktoren. „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting & Reporting Standard“ wird das Reporting für alle relevanten indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette verbindlich geregelt. Bayer hat nach gründlicher Prüfung neun wesentliche Scope-3-Kategorien identifiziert, die wir im (PDF:) CDP-Bericht ausführlich darstellen.

2016 nahm der Bayer-Konzern mit insgesamt 18 Anlagen am europäischen Emissionshandel teil. Die Treibhausgas-Emissionen dieser Anlagen beliefen sich auf ca. 2,32 Mio. t CO2-Äquivalente.

Weitere direkte Emissionen in die Luft verringert

Der Ausstoß an ozonabbauenden Substanzen („Ozone Depleting Substances“, ODS) verringerte sich 2016 um 23,0 %. Die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan („Volatile Organic Compounds“, VOC) sanken um 30,5 %.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-2

eingeschränkt geprüft

Hauptemittent beider Emissionsarten ist der Crop-Science-Standort in Vapi, Indien, der 96,0 % der ODS-Emissionen und 48,0 % der Emissionen an VOC bei Bayer ausmacht. Das an diesem Standort seit vier Jahren laufende Projekt zur Reduzierung dieser Emissionen zeigt weitere Erfolge: Die VOC-Emissionen gingen konzernweit im Vergleich zum Vorjahr um 30,5 % zurück, die ODS-Emissionen um 23,0 %. Ein weiteres Teilprojekt wurde in Vapi 2016 umgesetzt: Eine zentrale Abluftreinigung führt die zahlreichen dortigen Emissionsquellen zusammen und wird zukünftig zu einer weiteren signifikanten Reduktion beitragen.

Durch eine optimierte Fahrweise der Kraftwerksanlagen an den deutschen Standorten Leverkusen und Uerdingen verringerten sich auch die gesamten Emissionen von Schwefeldioxiden um 15,3 %. Die Staubemissionen sanken, bedingt durch den Rückgang am Covestro-Standort Baytown, USA, um 29,1 %. Der Ausstoß von Stickstoffoxiden sank um 2,2 %. Die Kohlenstoffmonoxid-Emissionen hingegen erhöhten sich um 7,4 %. Der Anstieg ist auf ein verbessertes Analyseverfahren an den deutschen Standorten Dormagen und Uerdingen zurückzuführen

Weitere direkte Emissionen in die Luft

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

1

Ozonabbauende Substanzen, Ozone Depleting Substances (ODS) in CFC–11-Äquivalenten

2

Flüchtige organische Verbindungen, Volatile Organic Compounds (VOC) ohne Methan

ODS1

 

0,0163

 

0,0157

 

0,0148

 

0,0117

 

0,0090

VOC2

 

2,60

 

2,27

 

2,12

 

1,61

 

1,12

CO

 

1,00

 

0,94

 

0,91

 

0,93

 

1,00

NOX

 

3,07

 

2,51

 

2,36

 

2,42

 

2,36

SOX

 

1,85

 

1,32

 

1,22

 

1,17

 

0,99

Staub

 

0,18

 

0,16

 

0,25

 

0,23

 

0,16

Zahl der Umweltereignisse gestiegen

Die Zahl der Umweltereignisse – also Vorkommnisse, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt – ist im Berichtsjahr von zwei auf drei gestiegen. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere Art und Menge des Stoffs, die entstandene Schadenshöhe oder etwaige Folgen für die Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial ab einer Menge von 100 kg.

Anzahl der Umweltereignisse

Anzahl der Umweltereignisse (Balkendiagramm)Anzahl der Umweltereignisse (Balkendiagramm)

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-3

eingeschränkt geprüft

Umweltereignisse 2016

Personen­schaden

Pharmaceuticals, Wuppertal, Deutschland, 18.04.2016
Aufgrund einer Leckage an einem Kanalschacht lief eine größere Menge Abwasser in einen nahe gelegenen Fluss. Die Leckage konnte behoben werden.

Nein

Pharmaceuticals, Karachi, Pakistan, 23.06.2016
Bei der Übertragung von Diesel aus einem Hauptbehälter zu einem Tagesbehälter kam es zu einem unbeabsichtigten Austritt von 2.000 l Diesel in einen Abflusskanal.

Nein

Covestro, Antwerpen, Belgien, 28.07.2016
Bei der Inbetriebnahme einer Pumpe kam es zum unbeabsichtigten Austritt eines Lösemittels. Der belastete Boden wurde aufgenommen und nach Absprache mit den Behörden fachgerecht entsorgt.

Nein

Das folgende Ereignis wurde registriert und analysiert, gilt jedoch nach Bayer-Kriterien nicht als Umweltereignis.

Ereignisse, die nicht die Bayer-Kriterien für Umwelt- oder Transportereignisse erfüllen

Beschreibung
Erläuterung

Animal Health, Kiel, Deutschland, 03.04.2016

Austritt von flüssigem Abfall in einem Lagerraum
Durch Herunterfallen eines Abfallgebindes kam es zum Austritt von flüssigem, brennbarem Produkt. Der Abfall wurde fachgerecht aufgenommen und entsorgt. Aufgrund der geringen Menge ist das Ereignis nicht als Umweltereignis einzustufen, wurde aber als Anlagensicherheitsereignis (LoPC) erfasst.

Wassernutzung und Emissionen in das Wasser

Effektives Wassermanagement an Standorten in wasserarmen Regionen

Sauberes Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für die Versorgung unserer Produktionsstandorte und ihres Umfelds. Industrielle Wassernutzung soll auch künftig nicht zu lokalen Problemen führen, wie z. B. Wasserknappheit für die Bevölkerung vor Ort. In unserer Position zum Thema Wasser verpflichten wir uns zur Einhaltung internationaler und lokaler Gesetze, um die Ressource Wasser zu schützen und effizient zu nutzen.

Konzernziel 2017:

Einführung eines Wassermanagements an allen Standorten in wasserarmen Regionen

Mithilfe des WBCSD Global Water Tools™ haben wir alle Bayer-Standorte identifiziert, die derzeit in einer von Wasserknappheit betroffenen bzw. bedrohten Region liegen. Entsprechend unserem Konzernziel sollen diese Standorte bis 2017 ein Wassermanagement etablieren, das die Bedingungen vor Ort angemessen berücksichtigt. Dazu werden ihre Daten zur Wassernutzung, -qualität und -ableitung sowie standortspezifische Initiativen jährlich mithilfe einer bei Bayer entwickelten Methode analysiert. Bei der Evaluierung im Jahr 2015 wurden spezifische Maßnahmen vereinbart, um die Standorte mit Verbesserungspotenzial an ein effektives Wassermanagement heranzuführen. Die Überprüfung im Berichtsjahr ergab, dass der Anteil der untersuchten Standorte mit effektivem Wassermanagement von rund 58 % (2015) auf 95 % (2016) gesteigert werden konnte.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-4

eingeschränkt geprüft

Dazu wurden z. B. Maßnahmen etabliert, mit denen der Wasserverbrauch engmaschiger kontrolliert und Regenwasser vermehrt genutzt werden kann. Außerdem wurden Reinigungszyklen bei Produktionsprozessen noch effizienter gestaltet sowie Maßnahmen zur Wiederverwendung von Wasser ergriffen. Mitarbeiter-Trainings und Kampagnen zum bewussten und sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser haben sich ebenfalls als zielführend erwiesen.

Bayer unterstützt das „CEO Water Mandate“ des UN Global Compact Der United Nations Global Compact (UNGC) ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage von 10 universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verfolgt der UNGC die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Mit der Verpflichtung zum UNGC ist eine jährliche Dokumentation des Unternehmensengagements zur Erreichung der zehn Prinzipien verbunden. , um in Zusammenarbeit mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Strategien im Umgang mit Wasser zu entwickeln. Über unseren Umgang mit Wasser, den unternehmensbezogenen „Water-Footprint“ sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken berichten wir ausführlich in unserer jährlichen Antwort zum „CDP Water Disclosure“, die einer Fortschrittsmitteilung für das „CEO Water Mandate“ entspricht.

Wassereinsatz

Der Gesamtwassereinsatz im Bayer-Konzern sank 2016 um 4,8 % auf rund 330 Mio. m3. Etwa 79 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers wird als Kühlwasser verwendet, das ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich. An unseren Produktionsstandorten sind wir bestrebt, Wasser mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten. An 36 Standorten, die für 42 % des gesamten Wassereinsatzes stehen, wird derzeit Wasser rezykliert. Dies beinhaltet z. B. geschlossene Kühlwasserkreisläufe, die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 11,8 Mio. m3 Wasser wiederverwendet werden.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-5

eingeschränkt geprüft

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2016 (in Mio m³)

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2016 (in Mio m3) (Grafik)Wassernutzung im Bayer-Konzern 2016 (in Mio m3) (Grafik)

1 Zwischen dem Wasserbezug und den abgeleiteten Wassermengen ergeben sich Differenzen, die sich u. a. erklären lassen durch nicht näher bezifferte Verdunstungsverluste, Leckagen, Wassermengen, die als Rohstoffe in Produkte einfließen, und Kondensatwassermengen, die aus der Nutzung von Dampf als Energieträger entstehen.
2 Summe aus Produktionsprozessen, Sanitärabwasser, Spülungen und Reinigungen in der Produktion

Die Wassermengen je Bezugsquelle sind seit 2012 in etwa gleich geblieben.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-6

eingeschränkt geprüft

Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

Wassereinsatz

 

384

 

361

 

350

 

346

 

330

Davon aus Oberflächengewässern

 

248

 

226

 

223

 

212

 

187

Davon aus Bohrungen / Quellen

 

123

 

120

 

112

 

118

 

124

Davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung

 

7

 

9

 

9

 

10

 

13

Davon aus anderen Quellen, z. B. Regenwasser

 

6

 

6

 

6

 

6

 

6

Abwasserbehandlung schont Umwelt

Prozess-Abwassermenge in Mio. m3

Prozess-Abwassermenge (Balkendiagramm)Prozess-Abwassermenge (Balkendiagramm)

Alle Abwässer unterliegen einer strengen Kontrolle, bevor sie in die unterschiedlichen Entsorgungswege geleitet werden. Die Gesamtmenge der Abwässer, die Prozess- und Hygieneabwasser enthält, betrug im Berichtsjahr 60 Mio. m3 und sank damit um 3,1 % gegenüber dem Vorjahr. Weltweit wurden 78,5 % aller Abwässer in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt. Der Rest wurde nach sorgfältiger Prüfung entsprechend behördlichen Vorgaben als umweltverträglich eingestuft und zum Teil zur Bewässerung von Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen verwendet.

Wir wollen unsere Emissionen ins Abwasser so gering wie möglich halten. 2016 wurden daher z. B. für die Entsorgung von 0,148 Mio. m3 produkthaltigem Abwasser andere Wege wie Verbrennung, Destillierung oder chemische Behandlung genutzt. Die Einleitung von Phosphaten sank um 14,2 %, u. a. aufgrund einer geringeren Produktionsmenge am Standort Kaohsiung, Taiwan. Alle weiteren Emissionen in das Wasser sanken oder lagen auf Vorjahresniveau.

Emissionen in das Wasser

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

1

Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)

2

Chemischer Sauerstoffbedarf, rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)

Phosphor

 

0,15

 

0,11

 

0,10

 

0,10

 

0,09

Stickstoff

 

0,70

 

0,69

 

0,76

 

0,56

 

0,57

TOC1

 

1,42

 

1,53

 

1,20

 

1,16

 

1,14

Schwermetalle

 

0,0098

 

0,0091

 

0,0063

 

0,0064

 

0,0054

Anorganische Salze

 

1.048

 

946

 

845

 

927

 

931

CSB2

 

4,25

 

4,58

 

3,59

 

3,48

 

3,42

Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement halten wir Materialverbräuche und Entsorgungsmengen auf einem möglichst geringen Niveau. Dazu tragen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren bei. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen.

Abfallmengen erhöht

2016 stieg die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls um 1,9 %. Die Menge des nicht-gefährlichen Abfalls erhöhte sich um 3,1 % v. a. durch Abrissarbeiten am Crop-Science-Standort Institute, USA. Beim erzeugten gefährlichen Abfall stieg die Menge aus dem Kraftwerk im Chempark Leverkusen aufgrund der abfallrechtlichen Bewertung der Wirbelschichtasche als nunmehr gefährlicher Abfall um 1 %.

Erzeugter1 Abfall

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

1

Nur von Bayer erzeugter Abfall

2

Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtabfallerzeugung

 

1.014

 

899

 

896

 

940

 

958

davon gefährlicher Abfall2

 

603

 

467

 

487

 

541

 

547

davon gefährlicher Abfall aus der Produktion

 

397

 

417

 

442

 

488

 

507

Die Menge der entsorgten Abfälle ist insgesamt um 2,2 % gestiegen. Die Mengenverteilung in den drei Hauptentsorgungsarten (Deponie, Verbrennung, Verwertung) ist in den vergangenen fünf Jahren ähnlich geblieben.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-7

eingeschränkt geprüft

Als Verwertung sind Verfahren zu verstehen, bei denen Abfälle wiederverwertet oder einem Recycling zugeführt werden. Im Berichtsjahr lag die Menge wiederverwerteter Abfälle insgesamt bei 290.000 t. Ihr Anteil an den insgesamt entsorgten Abfällen betrug im Berichtsjahr 30 %. Die Menge der verwerteten Abfälle ist von standortspezifischen Rahmenbedingungen, wie Veränderungen im Produktportfolio, anderen Produktionsvolumina, Schwankungen der Baumaßnahmenintensität und Recyclingprojekten, abhängig.

Abfall nach Entsorgungsart

 

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

1

Bayer dient an verschiedenen Standorten als zertifizierter Abfallentsorgungsbetrieb und entsorgt dort zusätzlich zu seinen Abfällen auch die Abfälle dritter Firmen, die nicht zu Bayer gehören. Deshalb ist die Menge der entsorgten Abfälle leicht unterschiedlich zu den Abfällen, die von Bayer produziert worden sind.

2

z. B. Abgabe an Dritte (Provider/Entsorgungsdienstleister)

3

Nur von Bayer erzeugter Abfall, Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtmenge entsorgten Abfalls1

 

1.021

 

915

 

898

 

949

 

969

davon zur Deponie

 

360

 

293

 

248

 

248

 

267

davon zur Verbrennung

 

341

 

351

 

363

 

371

 

336

davon zur Verwertung

 

301

 

249

 

260

 

296

 

290

Andere2

 

19

 

22

 

27

 

34

 

76

Gesamtmenge entsorgten gefährlichen Abfalls3

 

603

 

467

 

487

 

541

 

547

davon zur Deponie

 

175

 

53

 

65

 

75

 

67

davon zur Verbrennung / Verwertung

 

428

 

414

 

422

 

466

 

480

Die von Currenta betriebenen Abfallverbrennungsanlagen gewannen 2016 rund 675.000 t Dampf aus der Verbrennung von rund 230.000 t gefährlichen Abfalls aus den Chemparks und einigen externen Produktionsfirmen. Im Vergleich zur Nutzung fossiler Energieträger konnten so im Berichtsjahr ca. 160.000 t CO2 weniger emittiert werden.

Potenziale im Recycling genutzt

Die Wiederverwendung und Aufbereitung unserer Materialien unterliegt neben ökologischen und ökonomischen Kriterien auch gesetzlichen Auflagen. Insbesondere im Arzneimittel- und Pflanzenschutzbereich bestehen dadurch Einschränkungen. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens nutzen wir in allen Unternehmensbereichen Möglichkeiten für die Wiederverwertung.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3-8

eingeschränkt geprüft

Pharmaceuticals, Consumer Health und Animal Health

Produktionsbezogen erfolgt Recycling nach den Vorgaben des jeweiligen Produktionsstandorts. Hierbei werden Recyclingoptionen bei der Bestimmung des besten Entsorgungswegs explizit einbezogen und sind der finalen Entsorgung durch Deponierung oder Verbrennung vorzuziehen. Bei pharmazeutischen Produkten, deren Entsorgung strengen Sicherheitskriterien unterliegt, kommt für das Portfolio der genannten Segmente kein Recycling infrage. Das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt gemäß den nationalen Bestimmungen im Rahmen der landesspezifischen Infrastruktur für die Entsorgung von Abfällen.

Crop Science

Stoffbezogenes Recycling spielt bei der Wirkstoff- und Zwischenprodukt-Herstellung von Crop Science eine wichtige Rolle. Lösungsmittel, Katalysatoren und Zwischenprodukte werden immer wieder aufgearbeitet und dem Produktionsprozess zugeführt. Da es sich hierbei um Recyclingschritte handelt, die eng mit dem jeweiligen Produktionsverfahren gekoppelt sind, gibt es keine globale Regelung. Stoffbezogenes Recycling wird individuell am Produktionsstandort geregelt. In der globalen Verfahrensentwicklung für Wirkstoffe und Zwischenprodukte wird das stoffliche Recycling als ein wichtiges Entwicklungskriterium mit einbezogen. Entsprechend der globalen Crop-Science-Umwelt-Policy sind die Crop-Science-Standorte verpflichtet, Abfälle zu vermeiden, zu recyceln, zu reduzieren sowie sicher und umweltgerecht zu entsorgen.

Verkaufte Pflanzenschutzmittel werden von Crop Science nicht zurückgenommen, es sei denn es liegt ein Produktionsfehler vor. Die Entsorgung bzw. das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt entsprechend nationalen Gesetzgebungen. In vielen Ländern ohne gesetzliche Regelung hat die Industrie in Zusammenarbeit mit anderen Trägern Rücknahmesysteme installiert.

Abgelaufene Pflanzenschutzmittel, sogenannte „obsolete stocks“, werden bis auf begründete Einzelfälle nicht zurückgenommen. Seitens der Pflanzenschutzmittel-Industrie gibt es in verschiedenen Ländern aber freiwillige Initiativen zur fachgerechten Entsorgung abgelaufener Pflanzenschutzmittel. Zusätzlich unterstützt Crop Science im Rahmen seiner Aktivitäten im CropLife-Verband zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltbank die fachgerechte Aufnahme und Entsorgung von „obsolete stocks“ in Afrika.

Covestro

Covestro unterstützt die Wiederverwendung und Aufbereitung seiner Materialien. Einige durch die Produktionsverfahren erzeugte Abfälle mit hohem Heizwert können beispielsweise als Brennstoff thermisch verwertet werden, um daraus Dampf für die eigenen Produktionsanlagen zu generieren.

Parallel dazu bemüht sich Covestro, die Abfälle aus der Produktnutzung zu verringern. Dies geschieht u. a. durch Mitarbeit in Verbänden wie PlasticsEurope. Covestro unterstützt z. B. die Initiative „Zero Pellet Loss“ mit dem Ziel den Austritt von Kunststoffgranulat auf dem Weg von der Produktion bis zum fertigen Artikel bei den Kunden zu vermeiden.