Nachhaltiges Handeln: Verantwortung in der Wertschöpfung

Einkauf und Lieferantenmanagement

Der Einkauf versorgt das Unternehmen weltweit mit Waren und Dienstleistungen. Durch unsere Einkaufsaktivitäten und Lieferantenbeziehungen üben wir Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt aus. Daher sind sowohl wirtschaftliche als auch ethische, ökologische und soziale Grundsätze in unserer Einkaufsrichtlinie, die für alle Mitarbeiter bindend ist, verankert.

Der Einkauf (ohne Covestro) ist seit 2016 als Konzernfunktion organisiert, die zentral für alle Segmente tätig ist. Durch die Bündelung von Know-how und Einkaufsvolumina können Synergien genutzt werden. Unser Einkauf wird vom Procurement Leadership Team geleitet, das als oberstes Entscheidungsgremium des Einkaufs fungiert. Geführt wird das Team vom Einkaufsleiter, der direkt an den Finanzvorstand berichtet. Covestro verfügt über eine eigene Einkaufsorganisation. Alle nachfolgenden Angaben mit Ausnahme der Konzernziele und soweit nicht explizit genannt schließen Covestro mit ein.

Der Einkauf agiert nach einheitlich festgelegten Einkaufs- und Lieferantenmanagementprozessen. Langfristige Verträge und ein aktives Lieferantenmanagement für strategisch bedeutsame Waren und Dienstleistungen sind dabei wichtige Elemente. Dadurch minimieren wir nicht nur einkaufsspezifische Risiken wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen, sondern stellen auch die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und reibungslose Produktionsabläufe sicher.

21,8 Mrd. €

betrug 2016 das Einkaufsvolumen von Bayer.

Im Berichtsjahr haben wir in 152 Ländern Waren und Dienstleistungen eingekauft. Das Einkaufsvolumen umfasste rund 21,8 Mrd. € bei ca. 110.900 Lieferanten aus allen Bereichen. Im Berichtsjahr betrug unser Einkaufsvolumen in Deutschland, den USA und der Schweiz knapp 68 % unserer Ausgaben in den OECD-Staaten, was ca. 54 % des weltweiten Einkaufsvolumens im Konzern entspricht. Brasilien, Indien und China machten etwa 66 % der Ausgaben in Nicht-OECD-Staaten und rund 13 % der Gesamtausgaben aus. Die nachfolgende Tabelle informiert über die Einkaufvolumina und Lieferantenanteile von Bayer bezogen auf die regionale Herkunft der Waren und Dienstleistungen.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-1

eingeschränkt geprüft

Einkaufsvolumen & Lieferantenanteil in OECD- und Nicht-OECD-Staaten 2016

 

 

Einkaufsvolumen

 

Anteil der Lieferanten

 

 

in Mrd. €

in %

 

Anzahl

in %

OECD-Staaten

 

 

 

 

 

 

Deutschland

 

5,3

24,2

 

22.108

19,9

USA

 

5,3

24,2

 

11.540

10,4

Schweiz

 

1,2

5,6

 

1.789

1,6

Sonstige

 

5,7

26,0

 

42.649

38,5

Gesamt

 

17,5

80,0

 

78.086

70,4

Nicht-OECD-Staaten

 

 

 

 

 

 

China

 

1,9

8,7

 

3.432

3,1

Indien

 

0,5

2,3

 

3.785

3,4

Brasilien

 

0,5

2,2

 

2.546

2,3

Sonstige

 

1,5

6,9

 

23.052

20,8

Gesamt

 

4,4

20,1

 

32.815

29,6

Um adäquat auf die Anforderungen unserer Standorte reagieren zu können und die regionale Wirtschaft zu stärken, kauft Bayer nach Möglichkeit lokal ein. Dies traf im Berichtsjahr auf 71 % des Einkaufsvolumens an unseren Hauptgeschäftsstandorte Eine Auswahl an Ländern, in denen Bayer im Jahr 2016 mehr als 80 % des Umsatzes generierte (USA, Deutschland, China, Brasilien, Japan, Frankreich, Kanada, Italien, Mexiko, Großbritannien, Indien, Spanien, Australien,Russland, Schweiz, Polen, Türkei, Argentinien und Belgien). und bezogen auf alle Länder weltweit ebenso auf 71 % zu. Die nachfolgende Tabelle zeigt die im Berichtsjahr beschafften Haupteinkaufsprodukte.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-2

eingeschränkt geprüft

Haupteinkaufsprodukte

Zetia (Fertigprodukt), Cell Media Culture (Rohstoff), Betaferon (Interferon-beta– 1b) (Bulkware) und Eylea-Protein (Bulkware), Packmittel

Wirkstoffe (z. B. Naproxen Sodium, Loratadine, Paracetamol), Vitamine (z. B. Vitamin C und B), Hilfs- und Betriebsstoffe, Fertigprodukte (z. B. Canesten, Dr.Scholl's, Berocca), Packmittel

Wirkstoffe (z. B. Mancozeb), Hilfsstoffe und Lösungsmittel (z. B. Rapsöl, Toluol, Ammoniak), komplexe Zwischenprodukte (z. B. mehrfach fluoridierte Pyridine), Packmittel

Wirkstoffe (z. B. Moxidectin, Praziquantel und Permethrin), Fertigprodukte, Packmittel (z. B. Seresto-Dosen)

Wesentliche Grundrohstoffe: Benzol und Phenol, Propylenoxid, Toluol, Azeton und Hexamethylendiamin

Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe spielt bei Bayer portfoliobedingt eine untergeordnete Rolle. Nachwachsende Rohstoffe werden bei uns vor allem dort eingesetzt, wo es unter technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-3

eingeschränkt geprüft

Bei Pharmaceuticals erfolgt die Synthese einiger Hormone über bestimmte Sterine bzw. Phytosterine. Diese entstehen als Nebenprodukt bei der Herstellung von Pflanzenölen aus Soja, Raps oder Sonnenblumen sowie bei der Holzverwertung. Zusätzlich kaufen wir verschiedene Steroide ein, die aus Diosgenin oder seinen Zwischenstufen hergestellt werden. Diese Substanz stammt größtenteils aus der Yamswurzel, die u. a. in China angebaut wird. Rohstoffe wie Wasser, Glukose, Hefe, Sojastärke, Kastor-Öl und Maisquellwasser nutzen wir darüber hinaus bei unseren Fermentierungsverfahren.

Consumer Health verwendet für einige Produkte Extrakte von Pflanzenblättern. Große Sorgfalt legen wir auf den Anbau und die Gewinnung der Rohstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis. Der kontrolliert integrierte Anbau und die Gewinnung von pflanzlichen Ausgangsstoffen erfolgen dabei nach lokalen Standards, wie z. B. der GACP (Gute Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen)-Richtlinie der Europäischen Arzneimittelagentur.

Crop Science verarbeitet Soja z. B. in der Produktion von Pflanzenschutzmitteln. Um die Einhaltung von Nachhaltigkeits-Kriterien im Sojaanbau zu fördern, ist Crop Science Mitglied im Round Table for Responsible Soy (RTRS) und beabsichtigt ab 2017 RTRS-Zertifikate entsprechend dem Sojaverbrauch in seiner Produktion zu kaufen. Zudem kooperieren wir mit Landwirten, um sie bei der Zertifizierung ihrer Soja-Produktion gemäß internationalen Standards zu unterstützen.

In einigen unserer Produkte aus den Life Sciences umfassen bei Bayer die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft und beschreiben den Bayer-Konzern ohne seine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft Covestro. Zu den Life-Science-Bereichen gehören die Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie die Geschäftseinheit Animal Health. -Bereichen setzen wir in geringem Maße Palmöl-Derivate ein. Da die Produktion von Palmöl oft mit sozialen und ökologischen Problemen verknüpft ist, nimmt Bayer am Round Table for Sustainable Palm Oil (RSPO) teil. Wir planen, im Jahr 2017 entsprechend unseren eingesetzten Mengen sogenannte „RSPO-credits“ zu kaufen, die die nachhaltige Produktion von Palmöl fördern.

Covestro entwickelt Verfahren zur Substitution erdölbasierter Rohstoffe. 2016 wurde z. B. die kommerzielle Produktion eines Härters für Polyurethan-Lacke und -Klebstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe gestartet. Das Produkt basiert zu 70 % auf Rohstoffen, die aus Biomasse gewonnen werden, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.

Bayer-Nachhaltigkeitsanforderungen in Verhaltenskodex für Lieferanten definiert

Für Bayer ist die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette ein elementarer Wertschöpfungsfaktor und wichtiger Hebel zur Risikominimierung. Daher ist konzernweit ein vierstufiger Prozess zur Verbesserung der Nachhaltigkeitspraktiken in der Lieferkette etabliert, der aus den Elementen Bewusstseinsbildung, Lieferanten-Auswahl, -Bewertung und -Entwicklung besteht. Er ist in einer Handlungsanweisung definiert und wird zentral von einem Nachhaltigkeitsteam gesteuert, dessen Leiter direkt an die Einkaufsleitung berichtet.

Unsere Nachhaltigkeitsanforderungen sind im Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten festgelegt. Er beruht auf den Prinzipien des UN Global Compact Der United Nations Global Compact (UNGC) ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage von 10 universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verfolgt der UNGC die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Mit der Verpflichtung zum UNGC ist eine jährliche Dokumentation des Unternehmensengagements zur Erreichung der zehn Prinzipien verbunden. sowie unserer Menschenrechtsposition und stellt die grundsätzliche Basis der Zusammenarbeit dar. Bei der Auswahl und Bewertung von neuen und bestehenden Lieferanten gelten daher neben wirtschaftlichen auch ethische sowie Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG)-Standards. Der Kodex ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge integriert. In unseren Standard-Lieferverträgen sind außerdem Klauseln enthalten, die Bayer berechtigen, Lieferanten auf Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen zu überprüfen.

Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten

Konzernziel 2017:

Bewertung aller strategisch
bedeutenden Lieferanten

Konzernziel 2020:

Bewertung aller potenziell risikobehafteten Lieferanten mit signifikantem Bayer-Einkaufsvolumen

Bayer überprüft die Einhaltung der Kodex-Vorgaben mittels Online-Bewertungen und Audits bei Lieferanten vor Ort. Die Auswahl der zu bewertenden Lieferanten erfolgt durch eine Kombination aus Länder- und Materialrisiko sowie strategischer Bedeutung entsprechend unserer Konzernziele. Bis 2017 will Bayer alle strategisch bedeutenden Lieferanten nach nachhaltigkeitsrelevanten Kriterien bewerten (Zielerreichung Stand 2016: 98 %). Zu dieser Gruppe gehören Lieferanten mit großem Einfluss auf das Geschäft, u. a. in Bezug auf Einkaufsvolumen und Langfristigkeit in der Zusammenarbeit (3 ‑ 5 Jahre). Bis 2020 sollen auch alle Lieferanten mit einem signifikanten Einkaufsvolumen (> 1 Mio. € p. a.), die als potenziell risikobehaftet gelten, bewertet werden (Zielerreichung Stand 2016: 83 %).

Konzernziel 2020:

Entwicklung und Einführung eines neuen Nachhaltigkeitsstandards für unsere Lieferanten

Bei den Online-Bewertungen arbeitet Bayer mit einem etablierten Anbieter für Nachhaltigkeitsbewertungen (EcoVadis) zusammen. Die Bewertungskriterien umfassen die Bereiche Umwelt, Arbeitsbedingungen und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltigen Einkauf. Vor-Ort-Audits werden von externen, unabhängigen Auditoren durchgeführt. Grundlage für die Prüfung sind die Kriterien der „Together for Sustainability“ (TfS)-Initiative als auch der „Pharmaceutical Supply Chain Initiative“ (PSCI). In beiden Initiativen arbeitet Bayer mit anderen Unternehmen zusammen, um die Nachhaltigkeitsbewertungen und -audits von Lieferanten in der gleichen Industrie zu standardisieren sowie durch den Informationsaustausch Synergien zu nutzen. Entsprechend unserem Konzernziel wollen wir bis zum Jahr 2020 einen Nachhaltigkeitsstandard für unsere Lieferanten entwickeln und einführen. Darüber hinaus überprüfen auch Bayer-Auditoren Lieferanten in Bezug auf Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt auf Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-4

eingeschränkt geprüft

Lieferanten-Bewertungen und Audits

 

 

2015

 

2016

1

Durch Bayer initiierte und innerhalb der TfS-Initiative geteilte Erst- und Neubewertungen von Lieferanten, die für Bayer tätig sind

2

Durch Bayer initiierte und innerhalb der TfS- und PSCI-Initiative geteilte Erst- und Folge-Audits von Lieferanten, die für Bayer tätig sind

3

Health, Safety, Environment (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt)

Nachhaltigkeits-Bewertungen1 über die EcoVadis-Plattform

 

521

 

795

Nachhaltigkeits-Audits2 durch externe Auditoren

 

71

 

73

Nachhaltigkeits- / HSE3-Audits durch Bayer-Auditoren

 

107

 

168

Insgesamt wurden 2016 innerhalb der TfS-Initiative 1.773 Lieferanten-Bewertungen über EcoVadis und 241 Audits u. a. in Polen, Mexiko und Südkorea erfolgreich abgeschlossen. Über PSCI wurden im Berichtsjahr 51 geteilte Audits in bspw. China, Indien, Israel und Brasilien durchgeführt.

Überprüfung der Anforderungen bei neuen Lieferanten

Unsere Life-Science-Bereiche führen vor einer Geschäftsaufnahme gesonderte Bewertungen von Lieferanten zur Lohn- und Auftragsfertigung qualitätsrelevanter Waren und Dienstleistungen durch, die u. a. die Bereiche Gesundheit, Sicherheit und Umwelt abdecken.

Zudem verpflichten die Life-Science-Bereiche potenziell risikobehaftete, neu ausgewählte Lieferanten mit einem voraussichtlichen jährlichen Einkaufsvolumen von über 1 Mio. € zu einer EcoVadis-Nachhaltigkeitsbewertung oder einem Vor-Ort-Audit. Die im Berichtsjahr so überprüften relevanten Lieferanten entsprachen unseren Nachhaltigkeitsanforderungen.

Die Online-Bewertungen und Audits werden analysiert und dokumentiert, um bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen mit den Lieferanten konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu definieren. Diese betrafen im Berichtsjahr vor allem die Kategorien Ethik, Nachhaltiger Einkauf sowie Gesundheit und Sicherheit. 2016 wiesen 24 Lieferanten (3 % der überprüften Lieferanten) ein kritisches Ergebnis (Bewertungsstufe niedrig) auf. Diese wurden von Bayer aufgefordert, die festgestellten Schwachpunkte auf der Basis konkreter Aktionspläne zu beseitigen. Insgesamt haben rund 400 unserer Lieferanten im Berichtsjahr ihre Nachhaltigkeitsleistung verbessert.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-5

eingeschränkt geprüft

Ergebnisse der Lieferanten-Online-Bewertungen nach Kategorien

Ergebnisse der Lieferanten-Online-Bewertungen nach Kategorien (Balkendiagramm)Ergebnisse der Lieferanten-Online-Bewertungen nach Kategorien (Balkendiagramm)

Verbesserungsmaßnahmen in der Lieferkette greifen

Wir kontrollieren die Umsetzung der von uns geforderten Verbesserungen durch Neubewertungen oder Folge-Audits. Zahlreiche Lieferanten unterziehen sich zudem einer freiwilligen Neubewertung, um ihr Ergebnis zu verbessern. 2016 wurden 583 Lieferanten über die EcoVadis-Plattform neu bewertet, von denen ca. 67 % ihre Nachhaltigkeitsleistung verbesserten. Im Rahmen von neun Folge-Audits konnte die Behebung von zuvor identifizierten Mängeln nachgewiesen werden. 2016 war Bayer nicht veranlasst, eine Lieferantenbeziehung allein aufgrund der Nachhaltigkeitsleistung zu beenden.

Zusätzlich wurden Prüfprozesse zur Erfüllung weiterer internationaler Regularien etabliert. Dies betrifft u. a. Vorschriften, die Unternehmen auffordern, die Herkunft bestimmter Rohstoffe offenzulegen, z. B. der sogenannten Konfliktmineralien sind Mineralien, die in Konfliktregionen gefördert werden. Zu diesen Mineralien gehören Zinn-, Wolfram-, Tantal-Erze sowie Gold oder deren Derivate. Als Konfliktregionen, in denen bewaffnete Konflikte zur Kontrolle dieser Ressourcen ein zentrales Element darstellen, gelten vor allem der Osten der Demokratischen Republik Kongo und die angrenzenden Länder. .

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-6

eingeschränkt geprüft

Ziel: Ausschluss von Konfliktrohstoffen

Internationale Regularien, wie der Dodd-Frank-Act aus den USA, verpflichten Unternehmen, die Herkunft bestimmter Rohstoffe offenzulegen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Mineralien aus Konfliktregionen wie der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten über die Lieferkette in ihre Produkte gelangen. Bayer hat seine rund 150 potenziell von dieser Thematik betroffenen Lieferanten der ersten Stufe befragt. Fast 65 % davon bestätigten uns, dass sie keine potenziellen Konfliktmineralien beziehen. Mit den restlichen Lieferanten wurde im Rahmen von Prüfprozessen vereinbart, dass diese die Einhaltung der Vorgaben sicherstellen.

Schulungen und Dialog zum Thema Nachhaltigkeit

Mit gezielten konzernweiten Trainings unterstützen wir unsere Einkaufs-Mitarbeiter bei der Umsetzung unserer Einkaufsprozesse und Nachhaltigkeitsanforderungen. Im Berichtsjahr belegten 244 Einkaufs-Mitarbeiter Schulungen zum EcoVadis-Nachhaltigkeitsbewertungsprozess. Unseren Lieferanten bieten wir ebenfalls vielfältige Entwicklungs- und Austauschmöglichkeiten an, um ihnen die Nachhaltigkeitsanforderungen von Bayer näherzubringen.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-7

eingeschränkt geprüft

Crop Science nutzte 2016 seine Lieferantentage in Indien und China als wichtige Dialogplattform für Nachhaltigkeitsanforderungen. Auch Covestro führte in Indien für seine strategisch wichtigen Lieferanten einen Lieferantentag durch. Außerdem boten wir in Zusammenarbeit mit unseren Industrieinitiativen PSCI und TfS in China und Indien Lieferantentage, -trainings und -Workshops an. Weitere Trainingsbausteine für Lieferanten stellen die 2016 von TfS entwickelte Supplier Academy sowie die von PSCI selbst entwickelten Nachhaltigkeits-Webinare dar.

Kampf gegen Kinderarbeit in der Saatgut-Lieferkette

Eine wesentliche Herausforderung für das nachhaltige Lieferantenmanagement im Konzern stellt die Bekämpfung von Kinderarbeit in der Saatgut-Lieferkette unseres Segments Crop Science dar. Unsere Position hierzu ist unmissverständlich und beinhaltet u. a. ein striktes Verbot von Kinderarbeit. Wir verpflichten daher auch unsere Lieferanten entlang unserer Wertschöpfungskette, konsequent auf Kinderarbeit zu verzichten. Seit vielen Jahren engagiert sich Bayer in Indien, Bangladesch und den Philippinen mit seinem „Child Care Program“ systematisch gegen Kinderarbeit in der Baumwoll-, Reis- und Gemüse-Saatgut-Lieferkette und führt Prüfungen vor Ort durch. 2016 überprüfte Bayer erstmals auch externe Erzeuger von Gemüse-Saatgut in China und Thailand. Fälle von Kinderarbeit wurden dabei nicht festgestellt. Zugleich sensibilisiert Bayer seine Zulieferer einschließlich ihres lokalen Umfelds weiter für diese Problematik und macht die Anforderungen des Unternehmens deutlich.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-8

eingeschränkt geprüft

Boni und Sanktionen für Lieferanten

Zu den umfassenden Maßnahmen von Crop Science im Rahmen des „Child Care Program“ zählt die Beobachtung und Kontrolle der in Lohnarbeit getätigten Saatgutproduktion in Indien. Dazu führt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (vormals Ernst & Young), Indien, u. a. unangekündigte Besuche auf indischen Farmen in vier Distrikten durch. Lieferanten, die sich nachweislich an unser Kinderarbeitsverbot halten, erhalten einen Bonus und Schulungen zur landwirtschaftlichen Effizienzsteigerung. Im Falle eines Verstoßes erfolgen abgestufte Sanktionsmaßnahmen, die von einer schriftlichen Verwarnung bis zur Vertragskündigung im Wiederholungsfall reichen.

Förderung der Schulbildung ist Schlüsselelement

Bayer betrachtet den Schulbesuch als elementare Entwicklungsvoraussetzung für Kinder und als ein effektives Instrument, um Kinderarbeit zu vermeiden. Daher besuchen wir auch die Eltern der Kinder, die wir auf den Feldern antreffen, um sie von der Wichtigkeit einer Schulbildung zu überzeugen. Wir fördern dies in Indien innerhalb unseres „Child Care Program“ mit der Initiative „Learning for Life“. Deren Fokus liegt sowohl auf der Förderung naturwissenschaftlicher Kenntnisse als auch der grundsätzlichen Berufsausbildung. Dies reicht von der Wiedereingliederung in das reguläre Schulsystem bis hin zu berufsbildenden Maßnahmen. Zwischen 2005 und Ende 2016 konnten über „Learning for Life“ mehr als 6.200 Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Dank eines strikten Kontrollsystems, unterstützt durch lokale Aufklärungs- und Bildungsinitiativen, haben wir nur noch eine sehr geringe Anzahl von Fällen mit Kinderarbeit bei unseren Kontraktoren festgestellt, die wir gleichwohl intensiv nachverfolgen und unmittelbar beenden.

Beim Schutz von Kinderrechten und dem Ziel einer Saatgutproduktion ohne Kinderarbeit wird Bayer durch das mit internationalen Experten und anerkannten Fachleuten besetzte „Child Care Program Advisory Council“ unterstützt. Den Erfolg unseres umfassenden Programms messen wir anhand des Indikators: Anteil der Kinderarbeitsfälle (in %) an der Gesamtzahl der Überprüfungen der Arbeitskräfte.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-9

eingeschränkt geprüft

Die Tabelle informiert über die Entwicklung des Indikators, den Bayer bei der Bewertung von Kinderarbeitsfällen nutzt.

Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut
für Bayer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Überprüfungen1

Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Überprüfungen (Linien- und Balkendiagramm)Kinderarbeitsfälle in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Überprüfungen (Linien- und Balkendiagramm)

1 Die Zahlen umfassen mehrere Anbauzyklen pro Anbaujahr. In Indien läuft das betrachtete Anbaujahr von Jahresmitte bis Jahresmitte des Folgejahres, in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen und den verschiedenen Saatgütern. Kumulierte Darstellung auf Basis der durchgeführten Kontrollgänge (mindestens 3 pro Anbausaison bei Gemüse und bis zu 6 bei Baumwolle).
2 Gemüsesaatgut wurde erst ab 2010/2011 ins Feldmonitoring aufgenommen. Anbaufläche und Überprüfungszahl sind für Gemüse eine Kombination verschiedener Saatgüter. Jede Saat hat eine eigene Überprüfungsintensität.