Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns

Der Zusammengefasste Lagebericht und der Abschluss des Bayer-Konzerns werden nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellt. Zusätzlich zu den durch diese Standards geforderten Angaben und Kennzahlen veröffentlicht Bayer alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures = APM Abkürzung für alternative performance measure (engl. für: alternative Leistungskennzahl). Die verwendeten Leistungskennzahlen werden in Kapitel „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns" näher definiert. ), die diesen Regulierungen nicht unterliegen und für die es keinen allgemein akzeptierten Berichtsstandard gibt. Bayer ermittelt die APM mit dem Ziel, die Vergleichbarkeit der Leistungskennzahlen im Zeitablauf bzw. im Branchenvergleich zu ermöglichen. Dies erfolgt durch bestimmte Anpassungen der nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellten Bilanz- oder Gewinn- und Verlustrechnungspositionen. Die Anpassungen können dabei aus unterschiedlichen Berechnungs- und Bewertungsmethoden, uneinheitlichen Geschäftsaktivitäten sowie Sondereffekten resultieren, die sich auf die Aussagekraft dieser Positionen auswirken. Die so ermittelten alternativen Leistungskennzahlen gelten für alle Perioden und werden sowohl intern zur Steuerung des Geschäfts als auch extern zur Beurteilung der Leistung des Unternehmens durch Analysten, Investoren und Ratingagenturen eingesetzt. Bayer ermittelt folgende APM:

  • Umsatzveränderung (nominal, währungs- sowie währungs- und portfoliobereinigt)
  • EBIT
  • EBITDA
  • EBIT vor Sondereinflüssen
  • EBITDA vor Sondereinflüssen
  • EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen
  • Bereinigtes Ergebnis je Aktie
  • Nettofinanzverschuldung
  • Return on Capital Employed (ROCE)
  • Net Operating Profit After Tax (NOPAT)
  • Capital Employed
  • Unternehmensleistung
  • Wertschöpfung
  • Materialaufwand / Sonstige Aufwendungen
  • Weitere Bilanz- und Finanzkennzahlen

Online-Ergänzung: A 2.4-1

eingeschränkt geprüft

Zusätzlich zu den genannten alternativen Leistungskennzahlen besteht die Möglichkeit, Bilanz- und Finanzkennzahlen zu ermitteln, die dabei helfen können, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bayer-Konzerns zu analysieren. Einige gängige Kennzahlen sind einschließlich der Berechnungsmethodik in der Online-Ergänzung A 2.2.4-1 angegeben.

Die (nominale) Umsatzveränderung ist eine relative Kennzahl. Sie gibt die prozentuale Veränderung der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr an.

Die währungs- bzw. währungs- und portfoliobereinigte Umsatzveränderung zeigt die prozentuale Veränderung der Umsatzerlöse ohne den Einfluss von Wechselkurseffekten bzw. ebenso ohne die für die jeweilige Geschäftseinheit wesentlichen Akquisitionen und Desinvestitionen. Bei den Wechselkurseffekten wird grundsätzlich die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Davon abweichend wird in Brasilien und Argentinien, hauptsächlich bei Crop Protection, eine geschäftliche Anpassung der jeweiligen funktionalen Währung an den USD vorgenommen.

Das EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) steht für Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern und dient der Darstellung des operativen Ergebnisses eines Unternehmens ohne den Einfluss von Effekten aus international uneinheitlichen Besteuerungssystemen und unterschiedlichen Finanzierungsaktivitäten. Das EBIT wird wie folgt ermittelt:

Ergebnis vor Ertragsteuern

+ / – Finanzergebnis (Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen, Finanzielle Erträge, Finanzielle Aufwendungen)

= EBIT

Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) steht für Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen. Diese Erfolgskennzahl neutralisiert neben dem Finanzergebnis auch verzerrende Effekte auf die operative Geschäftstätigkeit, die aus unterschiedlichen Abschreibungsmethoden und Bewertungsspielräumen resultieren. Das EBITDA wird ermittelt auf Basis des EBIT zuzüglich der in der Periode erfolgswirksam erfassten Abschreibungen und Wertminderungen bzw. abzüglich der Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

EBIT

+ / – Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (gemäß Kapitalflussrechnung)

= EBITDA

Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen zeigen die Entwicklung des operativen Ergebnisses ohne den Einfluss von Sondereinflüssen, d.h. für die Steuerung des Konzerns in ihrer Art und Höhe besonderer Effekte. Hierzu zählen u. a. Rechtsfälle, Restrukturierungen, Integrationskosten, Wertminderungen oder Wertaufholungen. Bei der Berechnung dieser Kennzahlen werden EBIT und EBITDA jeweils um Sonderaufwendungen erhöht und um Sondererträge reduziert.

Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen ist eine relative Kennzahl, die Bayer zum internen und externen Vergleich der operativen Ertragskraft verwendet. Zur Ermittlung der Kennzahl wird das EBITDA vor Sondereinflüssen ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt.

Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie (Core EPS) ist eine alternative Leistungskennzahl, die auf Basis des nach IAS 33 definierten Konzernergebnisses je Aktie (EPS) berechnet wird. Zur Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses je Aktie werden Effekte aus der Kaufpreisaufteilung für Akquisitionen sowie weitere Sondersachverhalte neutralisiert, um damit die Vergleichbarkeit unserer Performance im Zeitablauf zu ermöglichen. Hierbei werden im Zwischenschritt weitere APM – Core EBIT und das bereinigte Konzernergebnis – berechnet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird anschließend mittels Division des bereinigten Konzernergebnisses je Aktie durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der sich innerhalb des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt:

EBIT (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)

+ / – Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte

+ / – Wertminderungen / Wertaufholungen auf Sachanlagen

+ / – Sondereinflüsse (ohne Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen)

= Core EBIT

+ / – Finanzergebnis (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)

+ / – Sondereinflüsse Finanzergebnis

+ / – Ertragsteuern (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)

+ / – Sondereinflüsse Ertragsteuern

+ / – Steuereffekte bezogen auf Abschreibungen / Wertminderungen / Wertaufholungen und Sondereinflüsse

+ / – Ergebnis nach Ertragsteuern auf nicht beherrschende Anteile entfallend (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung)

+ / – Auf andere Gesellschafter entfallender Anteil der oben dargestellten Anpassungen

= Bereinigtes Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft

/ Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien

= Bereinigtes Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft „Core EPS“

Aufgrund der Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie für jede Zwischenberichtsperiode weicht das bereinigte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr oder jede Zwischenberichtsperiode bis zum jeweiligen Stichtag potenziell von den aufsummierten bereinigten Ergebnissen je Aktie für die einzelnen Zwischenberichtsperioden ab.

Die Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie aus fortzuführendem und nicht fortgeführtem Geschäft erfolgt analog. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie bildet die Grundlage der Dividendenpolitik des Bayer-Konzerns.

Die Nettofinanzverschuldung ist eine wichtige Steuerungskennzahl des Bayer-Konzerns, die sowohl intern als auch extern zur Bewertung der Liquidität, Kapitalstruktur und finanziellen Flexibilität des Bayer-Konzerns verwendet wird. Diese Kenngröße wird wie folgt ermittelt:

Anleihen / Schuldscheindarlehen

1

Darin enthalten sind: Marktwerte aus der Zins- und Währungssicherung bilanzieller Risiken

2

Darin enthalten sind: kurzfristige Ausleihungen und Forderungen gegenüber Banken und anderen Unternehmen mit einer Laufzeit > 3 Monate und ≤ 12 Monate und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als kurzfristig ausgewiesen werden.

+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

+ Leasingverbindlichkeiten

+ Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten1

+ Sonstige Finanzverbindlichkeiten

– Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten1

= Finanzverschuldung

– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

– Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte2

= Nettofinanzverschuldung

Der Return on Capital Employed (ROCE) ist das Verhältnis von Net Operating Profit after Tax (NOPAT) zu dem durchschnittlichen Capital Employed. Der NOPAT stellt das operative Ergebnis nach Steuern dar und ist die Differenz zwischen EBIT und Ertragsteuern. Die Ertragsteuern berechnen sich hierbei über Multiplikation des EBIT mit einem uniformen Steuersatz von 24 %, der auf dem Mittelwert historischer Steuersätze basiert. Das Capital Employed bildet das von Bayer eingesetzte Kapital zu Buchwerten und ermittelt sich als Summe des operativen Anlage- und Umlaufvermögens abzüglich Verbindlichkeiten, die im Wesentlichen nicht-zinstragender Natur sind oder die operative Kapitalbasis verzerren würden. Zur Abbildung der unterjährigen Veränderung des Capital Employed wird ein Durchschnittswert genutzt, der sich aus den Werten zum Jahresende des Vorjahres sowie des Geschäftsjahres ermittelt. Das Capital Employed stellt sich in seinen Komponenten wie folgt dar:

Zusammensetzung des Capital Employed

 

 

31.12.2015

 

31.12.2016

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Vorjahreswerte angepasst

1

selektierte Positionen der Komponente: im Wesentlichen nicht-zinstragende oder nicht-operative Positionen wurden im Capital Employed eliminiert

Geschäfts- oder Firmenwerte

 

16.054

 

16.312

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

 

15.171

 

13.567

Sachanlagen

 

12.369

 

13.114

Sonstige finanzielle Vermögenswerte1

 

67

 

58

Vorräte

 

8.493

 

8.408

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

9.888

 

10.969

Sonstige Forderungen1

 

2.042

 

1.701

Aktive latente Steuern1

 

1.295

 

2.596

Ertragsteuererstattungsansprüche

 

509

 

676

Brutto Capital Employed

 

65.888

 

67.401

Andere Rückstellungen1

 

−6.713

 

−7.039

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

−5.909

 

−6.410

Sonstige Verbindlichkeiten1

 

−2.272

 

−2.695

Finanzverbindlichkeiten1

 

−13

 

Passive latente Steuern1

 

−804

 

−1.252

Ertragsteuerverbindlichkeiten

 

−1.320

 

−1.307

Capital Employed

 

48.857

 

48.698

Durchschnittliches Capital Employed 2016

 

 

 

48.777

Die Unternehmensleistung ist die Summe aus Umsatzerlösen, sonstigen betrieblichen Erträgen, finanziellen Erträgen sowie dem Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen. Die Unternehmensleistung verteilt sich auf Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Materialaufwand/ sonstige Aufwendungen sowie Wertschöpfung. Wertschöpfung ist definiert als Summe aus EBIT zzgl. Personalaufwand und Steueraufwendungen, die keine Ertragsteuern sind, und dem Finanzergebnis zzgl. Zinsaufwendungen. Der Bereich Materialaufwand / Sonstige Aufwendungen wird als Unterschiedsbetrag berechnet und umfasst somit alle Aufwendungen außer Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie denen, die in der Wertschöpfung enthalten sind.