Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Bayer-Konzern

Wertorientierte Performance

ROCE als neue wertorientierte Kennzahl

Mit dem Geschäftsjahr 2016 entschied sich Bayer für den Return on Capital Employed (ROCE) als neue wertorientierte Kennzahl, welche die bisherigen Kennzahlen Cash Value Added (CVA) und Cash Flow Return on Investment (CFROI) ablöste. Ausschlaggebend für den Wechsel sind die deutlich geringere Komplexität und der größere externe Bekanntheitsgrad des ROCE. Die Umstellung schafft somit eine erhöhte Transparenz und erleichtert sowohl die Kommunikation als auch die externe Vergleichbarkeit. Der ROCE ist ein Indikator für die Kapitalrentabilität in einer spezifischen Periode und setzt wirtschaftlichen Ertrag in Relation zum eingesetzten Kapital (Capital Employed). Dem ROCE wird der Kapitalkostensatz (WACC = Weighted Average Cost of Capital) als Renditeerwartung der Fremd- und Eigenkapitalgeber gegenübergestellt. Entspricht der ROCE dem WACC, so wurden die Renditeerwartungen in der Periode erfüllt, übersteigt der ROCE den WACC, so wurden die Renditeerwartungen übertroffen und somit Wert geschaffen.

Ermittlung des ROCE

Der ROCE setzt das operative Ergebnis nach Steuern (NOPAT = Net Operating Profit after Tax) ins Verhältnis zum durchschnittlichen eingesetzten Kapital (Capital Employed). NOPAT bildet sich aus dem EBIT abzüglich Ertragsteuern auf das EBIT, die auf einem gemittelten historischen Steuersatz von 24 % beruhen. Das Capital Employed ist ein Indikator für das im Unternehmen operativ eingesetzte Kapital. Es basiert auf Buchwerten und berechnet sich aus den operativen Vermögenswerten abzüglich Passiva-Positionen, die im Wesentlichen nicht-zinstragend sind (z. B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) oder die operative Kapitalbasis verzerren würden. Zur Abbildung der unterjährigen Veränderung des Capital Employed wird ein Durchschnittswert genutzt, der sich aus den Werten zum Jahresende des Vorjahres und Jahresende des Geschäftsjahres ermittelt. Zur Zusammensetzung des Capital Employed siehe auch Kapitel „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“.

Kapitalkostenbestimmung

7,5 %

Kapitalkostensatz Bayer-Konzern 2016

Im Geschäftsjahr 2016 wurde der Kapitalkostensatz (WACC = Weighted Average Cost of Capital) des Bayer-Konzerns erstmals einheitlich für die Life Sciences umfassen bei Bayer die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft und beschreiben den Bayer-Konzern ohne seine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft Covestro. Zu den Life-Science-Bereichen gehören die Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science sowie die Geschäftseinheit Animal Health. genutzt. Der WACC folgt einer Betrachtung nach Steuern und wurde zu Jahresbeginn als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkostensätze berechnet. Der Eigenkapitalkostensatz wird als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkostensatz legen wir die Finanzierungskonditionen einer zehnjährigen Euro-Anleihe von Industrieunternehmen mit einem Kreditrating „A−“ zugrunde. Für das Geschäftsjahr 2016 betrug der WACC 7,5 % für den Bayer-Konzern sowie für die Life Sciences. Abweichend davon hat Covestro für deren Geschäft einen WACC von 6,9 % ermittelt. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung werden darüber hinaus für die Berichtssegmente individuelle Kapitalkostensätze verwendet, die segmentspezifische Parameter explizit berücksichtigen (vgl. Anhangangabe „Grundlagen und Methoden sowie Unsicherheiten aufgrund von Schätzungen“).

Wertorientierte Geschäftsentwicklung

11,0 %

ROCE 2016

Im Geschäftsjahr 2016 betrug der ROCE von Bayer 11,0 % und übertraf somit die Kapitalkosten um 3,5 Prozentpunkte und ist somit ein Indikator für Wertschaffung. Auch nach den bisherigen wertorientierten Steuerungsgrößen gemessen zeigte Bayer eine positive Wertschaffung mit einem CFROI von 11,8 %, der die Kapitalkosten überstieg, sowie einen positiven CVA von 2.761 Mio. €.

Alle Segmente bis auf Consumer Health übertrafen im abgelaufenen Geschäftsjahr den WACC, obwohl bei allen Segmenten der Life Sciences negative Sondereinflüsse (siehe auch Kapitel „Geschäftsentwicklung in den Segmenten“) vorlagen. Im Falle von Consumer Health führte die 2014 erfolgte Akquise des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc., USA, zu einem signifikanten Anstieg im Capital Employed. Dies sowie in 2016 angefallene Integrations- und Sonderaufwendungen belasten zurzeit noch den ROCE als Indikator der periodischen Kapitalrentabilität.

Wertorientierte Performance pro Segment

 

 

Pharmaceuticals

 

Consumer Health

 

Crop Science

 

Animal Health

 

Life Sciences1

 

Covestro

 

Konzern

 

 

2015

2016

 

2015

2016

 

2015

2016

 

2015

2016

 

2015

2016

 

2015

2016

 

2015

2016

 

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

Vorjahreswerte angepasst

1

inklusive Überleitung

2

24 % auf EBIT; basierend auf gemitteltem historischem Steuersatz

EBIT

 

3.028

3.389

 

768

695

 

2.094

1.755

 

254

313

 

5.606

5.738

 

635

1.304

 

6.241

7.042

Ertragsteuern2

 

−727

−813

 

−184

−167

 

−503

−421

 

−61

−75

 

−1.346

−1.377

 

−152

−313

 

−1.498

−1.690

NOPAT

 

2.301

2.576

 

584

528

 

1.591

1.334

 

193

238

 

4.260

4.361

 

483

991

 

4.743

5.352

Durchschnittliches Capital Employed

 

15.969

15.859

 

14.761

15.220

 

9.749

10.316

 

404

375

 

40.975

42.306

 

6.822

6.471

 

47.797

48.777

ROCE

 

14,4 %

16,2 %

 

4,0 %

3,5 %

 

16,3 %

12,9 %

 

47,8 %

63,5 %

 

10,4 %

10,3 %

 

7,1 %

15,3 %

 

9,9 %

11,0 %

WACC

 

7,9 %

7,5 %

 

7,9 %

7,5 %

 

7,3 %

7,5 %

 

7,9 %

7,5 %

 

7,6 %

7,5 %

 

6,9 %

6,9 %

 

7,6 %

7,5 %